Frau benutzt Deodorant
Die Qual der Wahl: Deodorant oder Antitranspirant? Bild © picture-alliance/dpa

Auf welche Inhaltsstoffe sollte man beim Deo achten? Wie funktioniert der Langzeitschutz? Die Antworten hat unser Experte. Und wir haben vier natürliche Deo-Alternativen ausprobiert, die man ganz einfach selber machen kann.

Deodorant und Antitranspirant - der Unterschied

Audiobeitrag
Mann schwitzt

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum wir schwitzen

Ende des Audiobeitrags

Ein Deodorant verhindert Schweißgeruch durch geruchsüberdeckende Duftstoffe und zumeist auch desinfizierende Wirkstoffe. Es reduziert nicht das Schwitzen. Das Antitranspirant reduziert tatsächlich die Schweißmenge durch die Verwendung von Aluminiumsalzen, die die Schweißdrüsengänge verengen.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe - Alkohol und Aluminiumverbindungen

Unser Experte, Dermatologe Dr. Robert Werner aus Offenbach, rät Allergikern oder Menschen mit empfindlicher Haut dazu, die Präparate zunächst an einer kleinen Stelle zu testen, da allergische Reaktionen auf einen der Inhaltsstoffe prinzipiell möglich sind.

Es gibt Hinweise dafür, dass Aluminiumverbindungen Brustkrebs oder Alzheimerdemenz fördern könnten. Tatsächlich ist dies jedoch bisher wissenschaftlich nicht ausreichend erwiesen. Allerdings ist Aluminium das dritthäufigste Metall in der Natur und kommt unter anderem auch in Nahrungsmitteln vor. Viele Hersteller verzichten mittlerweile auf Aluminiumverbindungen.

Alkohol desinfiziert, ist also geeignet, geruchsbildende Bakterien zu reduzieren. Er trocknet jedoch auch die Haut aus, kann daher bei empfindlicher Haut leicht zu Irritationen führen. Ebenso brennt Alkohol manchmal beim Auftragen.

Weitere Informationen

Gut zu wissen

Eine Rasur führt immer zu Mikroverletzungen. Daher sollten Deos - vor allem aber Antitranspirants - erst zwei Stunden nach einer Rasur aufgetragen werden, um eine verstärkte Aufnahme über die Haut zu vermeiden.

Ende der weiteren Informationen

Langzeitschutz - wie geht das?

Robert Werner
Dermatologe Dr. Robert Werner, Offenbach Bild © Robert Werner

Ein Langzeitschutz von Deodorants wird in der Regel durch Zugabe von Aluminiumsalzen erreicht. Dies jedoch in deutlich geringerer Konzentration als in Antitranspirants. Die Aluminiumsalze wirken ungefähr acht bis zehn Stunden. Sie sind alternativlos. Das heißt, es gibt keine Zusatzstoffe, die Aluminiumverbindungen diesbezüglich ersetzen können. Ebenfalls kommen desinfizierende Substanzen zur Anwendung, um die für den Geruch verantwortlichen Bakterien zu reduzieren. Das gilt auch für den Alkohol: Alkohol desinfiziert und reduziert dadurch die bakterielle Besiedlung, aber er verfliegt recht schnell.

Vier natürliche Deo-Alternativen zum selber mischen

  • Natron und Speisestärke: Natron als Deo ist eine super Methode, den Körper nicht unnötigen Chemikalien auszusetzen. Einfach etwas Natron mit ganz wenig Wasser zu einer geschmeidigen Paste mischen (nicht im Wasser auflösen) und mit den Fingern auftragen. Alternativ kann man einen Teil Natron mit sechs Teilen Speisestärke vermischen und es leicht auf die Achseln pudern. So kann man das Schwitzen um einiges verhindern.
  • Kokosöl ist ein wahres Multitalent und vielseitig einsetzbar - in der Küche, als Haarmaske oder Körperlotion. Auch als Deo-Alternative zeigt das Öl seine Wirkung. Es versorgt die Haut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern ist dazu noch geruchshemmend. Aber Vorsicht: Bei der Verwendung sparsam sein. Niemand möchte einen Ölfilm unter den Armen haben. Perfekt ist Kokosöl in Kombination mit Natron. Und es duftet herrlich.
  • Zitronensaft: Ein paar Tröpfchen Zitronensaft, die man mit den Fingern auf die Achseln aufträgt, reichen vollkommen aus. Zitronensaft wirkt antibakteriell und verhindert somit die Geruchsbildung unter den Armen. Zitronensaft ist aber nur ein Deodorant, kein Antitranspirant. Bedeutet - das Schwitzen bleibt, aber es riecht nicht unangenehm. Vorsicht: Nicht auf frisch rasierte Achseln auftragen, das kann nämlich brennen.
  • Ätherische Öle: Ähnlich wie Zitronensaft wirken auch ätherische Öle antibakteriell und können hervorragend alleine zur Geruchsvorbeugung angewendet werden. Ideal eignen sich die Öle als Duftnote in der Natron-Paste. Sie riechen nicht nur gut, sondern hindern Bakterien daran Gerüche zu bilden.
Weitere Informationen

So bekommt man die Deo-Ränder wieder aus der Kleidung

Gelbe Flecken oder Deo-Ränder auf T-Shirt und Hemd können mit Zitronensäure wieder entfernt werden, wenn sie beim normalen Waschen nicht rausgehen. Zitronensäure gibt es günstig im Supermarkt. Damit eine Wasser-Zitronensäure-Lauge herstellen und die Textilien ein, zwei Stunden darin einweichen. Danach normal in der Waschmaschine weiterwaschen. Bei bunten Sachen sollte man allerdings aufpassen, denn die können durch die Säure ausbleichen. Dann lieber auf spezielle Fleckenentferner zurückgreifen, die es in Drogerien zu kaufen gibt.

Ende der weiteren Informationen



Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 03.07.2018, 06:05 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit