Drei Frauen halten sich an den Händen und gehen durch die Natur
Gemeinsame Unternehmungen mit Freundinnen und Freunden sind in jedem Alter wichtig. Bild © Pixabay

Braucht man mit über 50 noch Freunde? Aber ja, sagt der Psychologe Wolfgang Krüger und erklärt, wie wir neue Freunde finden und alte Freundschaften aufrecht erhalten können.

Freundschaften werden im Alter wichtiger

Wenn die Kinder aus dem Haus sind und man in Rente geht, fallen viele soziale Kontakte weg. Diese werden durch Freunde aufrecht erhalten. Freundschaften werden im Alter zwar wichtiger, nehmen aber auch ab. Pro Lebensjahrzehnt verliert man laut Wolfgang Krüger einen Freund. Ob dann neue Freunde hinzu kommen, ist eine Typfrage. Ab ungefähr 50 entscheidet sich, ob ein Mensch weiter neugierig bleibt oder nicht. Bleibt er neugierig, schließt er weiter Freundschaften. Ungefähr die Hälfte der Menschen ab 50 zieht keine so positive Freundschaftsbilanz. Sie wollen keine Zeit mehr in andere Menschen investieren.

Freunde finden braucht Zeit

Doch auch die, die sich für zwischenmenschliche Beziehungen entscheiden, sind anspruchsvoll. Das Gegenüber muss passen, die Wellenlänge stimmen.

Zitat
„Freundschaft ist wie die Suche nach einem Diamanten.“ Zitat von Wolfgang Krüger
Zitat Ende

Man braucht Zeit und auch Geduld, um neue Freunde zu finden. Manche resignieren auf dieser Suche. Doch es lohnt sich, dranzubleiben. Freundschaften sind stabilisierend und geben Halt.

Freundschaften entstehen, wo Gleichgesinnte aufeinander treffen

Neue Freunde zu finden, ist einfach. In jeder (Klein-) Stadt gibt es zahlreiche Angebote wie Chöre, Wandergruppen oder Sportvereine. Wer dort hingeht, trifft auf Gleichgesinnte. Umso einfacher, neue Freundschaften zu schließen, sagt Wolfgang Krüger. Das kann eine Verabredung zu Kaffee und Kuchen oder abends auf ein Bier sein. Wer auf jemanden zugeht, gemeinsame Zeit verbringt, der wird merken, wie eine Freundschaft entsteht.

Freundschaften pflegen

Eine größere Herausforderung ist es, Freundschaften zu pflegen. Das gelingt vor allem dann, wenn man innerlich lebendig und neugierig bleibt, Interesse am Gegenüber zeigt und auch was von sich erzählt. Wer etwas zu erzählen hat, ist direkt ein willkommener Gesprächspartner. Gemeinsam Erlebtes verbindet und beide Seiten profitieren von der Beziehung. Entscheidend ist das Gefühl, dass Freundschaften etwas bringen und Sinn machen.

Wer sich mag, kann auf andere zugehen

Die Freundschaft zu sich selbst rückt oft in den Hintergrund – fälschlicherweise. Denn erst wer mit sich Freundschaft geschlossen hat, kann auf andere Menschen zugehen. Im Alter sind Lebensziele genauso wichtig wie mit Anfang 20, denn über sie kann man sich mit anderen austauschen. Man hat etwas zu erzählen und kann mit Freunden auf etwas aufbauen.

Netzwerke schaffen

Genauso wichtig wie einzelne Freunde sind Freundschafts-Netzwerke. Bei diesen Netzwerken handelt es sich um Gruppen mit ähnlichen Interessen.

Zitat
„Ich bereichere andere, wenn ich auf sie zugehe.“ Zitat von Wolfgang Krüger
Zitat Ende

Man kann sich einfach dazusetzen, Teil sein und ist – das ist das wichtigste – nicht alleine. Ein Kinokreis könnte sich zum Beispiel einmal im Monat treffen, einen Film schauen und diesen anschließend in einer Kneipe besprechen. Diese Netzwerke greifen dann auch in schlechten Zeiten - mit Freunden ist man in keiner Lebenssituation alleine und unterstützt sich gegenseitig.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 31.01.2019, 06:00 Uhr

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