Ein Polizist schreibt eine Radfahrerin auf
In Hamburg werden Radfahrer von Fahrrad-Polizisten kontrolliert - und bekommen bei einem entsprechenden Vergehen sofort ein Bußgeldbescheid. Bild © picture-alliance/dpa

Dürfen Radfahrer freihändig fahren, wann muss man den Radweg benutzen und darf man während der Fahrt telefonieren? Welche Strafen drohen Radfahrern, die sich nicht an die Regeln halten? Wir haben die zehn wichtigsten Verbote im Überblick - inklusive Bußgeld-Höhe.

Verbot 1: Handy auf dem Fahrrad

Wer beim Radfahren das Handy rausholt und erwischt wird, darf zahlen. Egal, ob er das Handy zum Navigieren benutzt oder telefonieren möchte. Erlaubt sind Freisprecheinrichtungen und Halterungen am Lenker.

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Bußgeld

Benutzung eines Mobiltelefons (ohne Freisprecheinrichtung) kostet 55 Euro.

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Verbot 2: Freihändig Fahren

Das Rad sollte man jederzeit unter Kontrolle haben. Das schließt das freihändig fahren bereits aus. Kein Wunder, dass §23 Absatz 3 StVO freihändiges Fahren verbietet.. Einhändig darf man radeln, kommt es in dieser Situation zum Unfall, kann der Radfahrer unter Umständen eine Mitschuld gegeben werden.

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Bußgeld

Die Strafe beim freihändig Fahren beträgt 5 Euro.

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Verbot 3: Zu schnelles Fahren

Tempo 50 wird man als Radfahrer selten erreichen, allerdings gelten auch Tempo-30-Zonen und Spielstraßen für alle Verkehrsteilnehmer, also auch für Radfahrer. Vor allem in verkehrsberuhigten Bereichen wie Spielstraßen ist auch für Radfahrer nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt.

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Bußgeld: Zu schnelles Fahren in Fußgängerzonen oder vergleichbaren beruhigten Bereichen kostet 15 Euro.

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Verbot 4: Nicht-Nutzung eines ausgewiesenen Radwegs

Ist ein Radweg ausgewiesen, so muss dieser auch von allen Radfahrern genutzt werden. Das entsprechende Schild zeigt ein weißes Fahrrad auf blauem Grund. Auf dem Fußweg ohne entsprechende Beschilderung darf nicht gefahren werden. Ausnahme: Kinder bis zehn Jahre dürfen den Gehweg benutzen, bis acht Jahre sogar in Begleitung eines Erwachsenen.

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Bußgeld

Die Nichtbenutzung des vorhandenen, beschilderten Radwegs kostet mindestens 20 Euro Strafe. Übrigens: Wer in falscher Richtung unterwegs ist, zahlt ebenfalls mindestens 20 Euro.

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Verbot 5: Kopfhörer mit lauter Musik

Radfahrer dürfen beim Fahren über Kopfhörer Musik hören, allerdings muss er sämtlich Umgebungsgeräusche wahrnehmen können. Auch die Sicht darf nicht beeinträchtigt sein. Wer auf Hauptverkehrsstraßen oder im stark befahrenen Berufsverkehr unterwegs ist, sollte jedoch besser ganz auf Musik verzichten.

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Bußgeld

Radfahren, obwohl das Gehör durch ein Gerät beeinträchtigt war kostet 15 Euro.

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Verbot 6: Zu zweit auf einem Fahrrad

Ach war das schön: Die Freundin auf der Stange oder auf dem Gepäckträger und ab zum Baggersee. Das ist nicht erlaubt. Ein Kind bis sieben Jahre darf auf einem dafür vorgesehenen Sitz befördert werden, allerdings muss der Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein. Das Mitführen einer zweiten Person auf Stange oder Gepäckträger ist verboten.

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Bußgeld

Beförderung einer zweiten Person auf  einem 1-sitzigen Fahrrad kostet 5 Euro.

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Verbot 7: Ohne Beleuchtung fahren

Jeder Radfahrer sollte eine funktionierende Beleuchtung am Fahrrad haben. Neu ist: es muss nicht unbedingt eine Dynamo-Beleuchtung sein, es gehen auch Akku- oder Batteriebetriebene Stecklichter. Wichtig dabei: Die abnehmbaren Leuchten müssen jederzeit mitgeführt werden und funktionieren.

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Bußgeld

Eine fehlende oder defekte Fahrrad-Beleuchtung kostet 20 Euro. Das gilt auch für fehlende oder defekte Rückstrahler.

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Verbot 8: Nebeneinander fahren

Nebeneinander kann man sich einfach besser unterhalten - ist aber nicht erlaubt - jedenfalls nicht, wenn man dadurch andere Verkehrsteilnehmer behindert. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Bei Gruppen von mehr als 15 Radlern ist es sogar empfohlen, nebeneinander zu fahren und so die gesamte Fahrbahnbreite einzunehmen.

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Bußgeld

Nebeneinander gefahren und dabei andere behindert kostet 20 Euro.

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Verbot 9: Unerlaubt durch eine Einbahnstraße fahren

Wenn es die Beschilderung erlaubt, ist das Befahren der Einbahnstraße in Gegenrichtung erlaubt. Fehlt das Zusatzschild, dürfen Radfahrer nicht entgegen der Einbahnstraße fahren.

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Bußgeld

Unerlaubtes Befahren einer Einbahnstraße in Gegenrichtung kostet 20 Euro.

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Verbot 10: Fahren ohne Klingel

Was die Hupe am Auto ist, das ist die Klingel am Fahrrad. Und die darf einfach nicht fehlen.

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Bußgeld

Das Fahren ohne Klingel kostet 15 Euro

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Information

Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich um einen Bußgeld-Grundbetrag. Gilt der Tatbestand als Behinderung, als Gefährdung oder sogar als Gefährdung mit Unfallfolge, erhöhen sich die Beträge. Den kompletten Bußgeldkatalog finden Sie beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC).

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 15.05.2018, 06:00 Uhr

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