Kaffee

Eine Studie an der Bremer Jacobs Universität hat als Ergebnis, dass Kaffeebohnen aus konventionellem Anbau mehr Chlorogensäure enthalten, die gut für die Gesundheit ist. Allerdings schlägt sie auch auf den Magen.

Für viele ist Kaffee inzwischen ein notwendiger Begleiter in und durch den Tag. Wie bei so vielen Produkten steht man dabei vor der Entscheidung: normaler Kaffee aus konventionellem Anbau oder doch lieber ein Bio-Produkt. Zwischen beiden Sorten gibt es nicht nur Unterschiede im Anbau, sondern auch beim Rösten und dem daraus resultierenden Chlorogensäure-Gehalt.

Die Chlorogensäure ist gut für die Gesundheit. Sie gehört zu den Antioxidantien, hat einen Blutdruck senkenden Effekt und wirkt sich auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Allerdings führt die Höhe der Säure auch dazu, dass manchen Menschen der Kaffee auf den Magen schlägt. Der Gehalt, so unser Experte Stefan Seegert von der gleichnamigen Kaffeerösterei in Kassel, lässt sich über das Rösten steuern.

Konventioneller Kaffee mit höherem Chlorogensäure-Gehalt

Die normalen Kaffeebohnen werden bei hohen Temperaturen schockgeröstet. Das nimmt wenig Zeit in Anspruch. Allerdings senkt das nicht den Chlorogensäure-Spiegel so stark, wie es in der Bio-Rösterei der Fall ist. Dabei werden die Bohnen länger der Hitze ausgesetzt, allerdings sind die Temperaturen nicht so hoch. Damit wird der Kaffee später bekömmlicher, da durch dieses schonende Veredeln die Chlorogensäure gesenkt wird.

Dabei hat konventionell auf großen Plantagen angebauter Kaffee, so eine neue Studio der Bremer Universität, schon von sich aus einen höheren Chlorogensäure-Spiegel. Das, so Stefan Seegert, kommt durch die Art des Anbaus in Monokulturen. Die Pflanzen müssen gehegt und gepflegt werden, auch durch den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden. Diese Gifte stressen die Kaffeepflanze und damit steigt die Chlorogensäure in den Bohnen.

Bio-Anbau setzt auf Vielfalt

Beim Bio-Anbau werden die Kaffeesträucher mit anderen Pflanzen, beispielsweise Kakao oder Palmen kombiniert. Sie spenden dem Kaffee den notwendigen Schatten, halten aber auch das Unkraut flach und lenken auch Insekten vom Kaffee ab. Durch die anderen Pflanzen wird die Anbaufläche kleiner und der Ertrag geringer. Dafür ist die Qualität in der Regel besser. Auch wird bei der Bio-Produktion der Anbau regelmäßig kontrolliert. Er ist nachhaltiger und die Kaffeebauern werden in der Regel besser entlohnt.

Es gibt allerdings viele Siegel bzw. Aufdrucke, die Bio und Fairness suggerieren sollen. Wichtige Siegel sind "Fairtrade" und "Rainforest Alliance". Bei "Fairtrade" werden vor allem Kooperativen von Kleinbauern finanziell gefördert. Die "Rainforest Alliance" setzt vor allem auf nachhaltigen Anbau und eine ökologische Vielfalt.

Am Ende liegt es aber an uns, wir entscheiden mit unserem Kauf, was uns eine Tasse Kaffee wert ist. Vielleicht sollte man weniger trinken, dafür etwas mehr Geld ausgeben und den Kaffee wieder genießen.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 17.09.2020, 10:00 Uhr

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