Besserwisser mit Megaphon
Es ist nicht einfach, aber man kann den Rechthabern Paroli bieten. Bild © Imago

Manche Zeitgenossen wissen grundsätzlich alles besser und das müssen sie unbedingt kund tun. Tipps für den richtigen Umgang mit diesem nervigen Verhalten hat uns eine Mentaltrainerin verraten. Hier finden Sie fünf Strategien.

1. Der Buddha sein!

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ist schon möglich" - So nehmen Sie Rechthabern den Wind aus den Segeln

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Diese Strategie setzt schon voraus, dass Sie innerlich zumindest halbwegs gelassen bleiben können. Üben Sie sich darin, die Besserwisserei nicht persönlich zu nehmen und eher die "Bedürftigkeit" des Besserwissers zu sehen, die er mit diesem Muster ausdrückt. Innere Größe zeigen Sie dadurch, dass Sie innerlich Abstand nehmen und sich nicht in dem Kampf der Egos begeben müssen. Sie können beispielsweise tief durchatmen und die Besserwisserei einfach ignorieren oder das Thema wechseln. Fällt die Bestätigung weg, sucht sich der Rechthaber möglicherweise ein neues Opfer. Sie brauchen Konsequenz und Geduld, um diese Strategie erfolgreich anzuwenden.

2. Sachlich kontern!

Es macht manchmal Sinn, es dem Rechthaber unbequem zu machen und seine Aussage intensiv zu beleuchten. Hier helfen die "W"-Fragen:

  • Wie kommst Du darauf?
  • Warum bist Du da so sicher?
  • Worauf beruht Deine Aussage?
  • Welche persönlichen Erfahrungen kannst Du mir nennen? Kannst Du mir das noch einmal genau aufschlüsseln? Hast Du ein konkretes Beispiel?
  • Woher weißt Du das?
  • Was ist der Hintergrund Deiner Aussage?
Brigitta C. Kemner
Unsere Expertin: Personal Coach, Business Coach, Mentaltrainerin: Brigitta C. Kemner, Düsseldorf Bild © Brigitta C. Kemner

Vielleicht haben Sie auch gerade ein Beispiel parat, was das Gegenteil beweist. Das macht natürlich besonders Sinn, wenn Sie sich in einem Bereich befinden, in dem Sie sich selbst gut auskennen. Wenn sich herausstellt, dass die Aussage des Rechthabers fehlerhaft ist, wird er schnell mundtot sein und innerlich kochen. Ansonsten ist es ja schön, dass die Wahrheit noch einmal genauer untersucht wurde und man zumindest nicht alles umkommentiert stehen lässt. Für einen kurzen Moment hat unser Ego Ruhe – eine langfristige Lösung finden Sie mit dieser Strategie natürlich nicht. Das ist ja auch nicht immer erforderlich. Zumindest wird der Rechthaber in Zukunft auf der Hut sein, wenn er es mit uns zu tun hat.

3. Humor und Ironie

Gehen Sie in die Offensive und nehmen den Rechthaber mit seinem Verhalten selbst auf die Schippe und bestätigen ihn übertrieben:

  • "Ja wirklich? Das ist ja ein Ding!"
  • "Wie gut, dass ich Dich habe, ohne Dich wäre ich aufgeschmissen!"
  • "Mensch, toll, dass Du das so gut weißt, da habe ich großes Glück, sonst wäre mir da echt ein Fehler unterlaufen!"
  • "Ich gebe Dir hiermit offiziell das Amt des Aufpassers, dass hier alles korrekt läuft, in Ordnung?"

Immer wieder während des Gesprächs fragen: "Was ist Deine Meinung? Habe ich etwas vergessen? Ist es korrekt?" Mit diesen und ähnlichen Kommentaren fühlt sich der Rechthaber zwar provoziert und nicht ernst genommen, aber er wird Ruhe geben, weil er sich nicht offen bloßstellen oder blamieren will.

4. Das Verhalten spiegeln

Sprechen Sie den Rechthaber auf sein Verhalten freundlich und direkt an.
Geben Sie ihm zu verstehen, dass Sie Ihre Entscheidungen gut alleine treffen können und keine Hinweise, Korrekturen, Kommentare oder Ratschläge benötigen. Dazu sollten Sie sehr überzeugend, entschlossen und ruhig kommunizieren und eventuel. mit lauter Stimme diesen Hinweis wiederholen, falls er ignoriert wird. Wichtig: Lassen Sie sich nicht provozieren oder aus der Reserve locken, denn der Besserwisser kann mit Ablehnung nicht gut umgehen.

5. Das Verhalten spiegeln im Vier Augen-Gespräch in Form einer fairen Ich-Botschaft

Bitten Sie die Person zu einem Gespräch, in dem Sie etwas klären möchten. Teilen Sie dort Ihre Beobachtungen zum Thema Rechthaberei mit: "Ich habe wiederholt wahrgenommen, dass Sie mich im Meeting korrigieren und mir ins Wort fallen." Teilen Sie dann Ihre Gefühle mit: "Das ist sehr anstrengend und es ärgert mich." Begründen Sie Ihre Gefühle: "Weil wir nicht als Team auftreten und ich das Verhalten als unangemessen empfinde." Äußern Sie einen Wunsch: „Ich wünsche mir/mir ist es ein Anliegen, dass Sie sich in dieser Hinsicht zurückhalten und mir grobe Fehler - wenn überhaupt - unter vier Augen später mitteilen." Wenn Sie dieses Gespräch verständlich und selbstbewusst führen, könnte das für die Zukunft Ruhe bringen.



Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 16.08.2018, 06:05 Uhr

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