Wühlmaus
Wühlmäuse sind zwar niedlich, aber nicht in jedem Garten willkommen. Bild © picture-alliance/dpa

Sie sind für viele Gärtner ein Ärgernis: Wühlmäuse. Gewisse Pflanzen haben sie zum Fressen gerne, andere mögen sie weniger. Das ist ein Mittel, um sie zu vertreiben, aber der hr4-Garten-Doc setzt auf eine altbewährte Methode.

Wenn es um die Bekämpfung von Wühlmäusen geht, hält Thomas Pilgrim eine Möglichkeit für totalen Quatsch: Glasscherben. Das Eingraben von Glasscherben schreckt weniger die Nager ab, sondern sorgt eher dafür, dass der Gärtner sich später verletzt.

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Hinweis

Wühlmäuse dürfen das ganze Jahr über gejagt werden. Im Gegensatz zu Maulwürfen stehen sie nicht unter Schutz. Die Lebendfalle ist zu empfehlen, denn wenn sich mal ein geschützter Maulwurf dort rein verirrt, kommt er nicht zu schaden.

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Wühlmaus frisst einen Wurm

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der hr4-Garten-Doc: Was hilft gegen Wühlmäuse?

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Für den hr4-Garten-Doc ist nur eine Methode wirkungsvoll: die gute alte Kastenfalle, in der die Mäuse lebend gefangen werden. Allerdings geht es nicht einfach so, die Falle zu stellen. "Man muss zum Trapper werden", sagt Thomas Pilgrim. Man muss das Verhalten der Mäuse beobachten, um eine passende Stelle zu finden. Wühlmäuse sind durchaus so schlau und schütten Fallen zu, wenn sie nicht gut aufgestellt sind.

Beim Platzieren sollte man Handschuhe tragen und möglichst vermeiden, dass die Fallen nach Mensch riechen. Auch das Einreiben der Hände und Falle mit Erde nimmt den menschlichen Geruch. Manche Gärtner lassen die Fallen auch etwas verwittern, damit sie den Geruch des Neuen verlieren. Als Lockmittel eignen sich Selleriestücke und Möhren. Auf auch die Topinambur-Knollen stehen auf dem Speiseplan der Wühlmäuse ganz oben. Zusätzlich mögen sie auch die zarte Rinde von Wurzeln, besonders Rosen und Obstbäumen, und Tulpenzwiebeln.

Gerüche und Geräusche überzeugen nicht

Thomas Pilgrim hat auch schon andere Mittel gegen Wühlmäuse ausprobiert, aber keine zufriedenstellenden Erfahrungen gemacht. Weder Geruchsstoffe, die die Nager vertreiben sollen, noch Sensoren, die für die Nager unangenehme Ultraschall-Geräusche abgeben, haben den hr4-Garten-Doc in der Praxis überzeugt.

Wühlmaus
Mit Kastenfallen rückt man der Wühlmaus am besten auf den Pelz. Bild © Pixabay

Sehr überzeugt hat allerdings seine Katze. Die hat, als sie noch lebte, den Garten regelmäßig von Wühlmäusen befreit. Leider verfügt Thomas Pilgrim gegenwärtig nicht über so eine fähige Jägerin.

Weitere Methoden

Auch mit bodenlosen Flaschen soll man Wühlmäuse vertreiben können. Man entfernt den Boden und steckt sie mit dem Hals schräg in den Boden. Der Wind soll an der Flasche für die Wühlmäuse unangenehme Töne erzeugen.

Andere Gärtner schwören auf Abwehrpflanzen, beispielsweise Kaiserkrone, Knoblauch oder Wolfsmilch. Deren Geruch soll die Nager aus dem Garten fernhalten. Wenn die Mäuse schon da sind, sollen stark riechende Thujazweige oder Haselnussblätter, die in die Gänge gelegt werden, die ungebetenen Gäste wieder vertreiben. Ähnlich sollen menschliche Haare wirken.

Das Gegenteil davon ist das Anpflanzen von Topinambur. Die Pflanze, sie ist auch als Indianerknolle bekannt, bildet essbare Wurzelknollen und die mögen auch Wühlmäuse. Also nutzen Gärtner das gezielt aus und bieten den Mäusen Topinambur als Ablenkfütterung an. Allerdings lockt man sich die ungebetenen Gäste damit vielleicht sogar vermehrt in den Garten. Und was ist, wenn das Lockfutter alle ist? Müssen dann doch Möhren und Sellerie dran glauben? Also vielleicht nicht unbedingt eine so empfehlenswerte Methode.

Wühlmaus, Feldmaus oder Maulwurf?

Bevor man sich an die Bekämpfung macht, muss man schauen, um welchen ungebetenen Gartenbewohner es sich handelt. Feldmäuse fressen weniger die Wurzeln. Sie nagen lieber am Stammansatz. Auch lassen sie ihre Löcher offen, Wühlmäuse verschließen überflüssige Ein- und Ausgänge.

Feldmaus
Feldmäuse sind nicht so gefräßig wie Wühlmäuse. Bild © Pixabay

Wie Maulwürfe häufeln auch Wühlmäuse einen kleinen Hügel an. Allerdings ist bei den Maulwürfen die Öffnung in der Mitte, bei Wühlmäusen an der Seite.

Maulwurf
Maulwürfe sind geschützte Tiere und dürfen nicht getötet werden. Bild © Pixabay

Um festzustellen, ob ein Gang in Gebrauch ist, öffnet man ihn auf einer Länge von etwa 30 Zentimetern mehrfach. Wenn er bald wieder geschlossen ist, sind Wühlmäuse da. Maulwürfe graben meist tiefer und umgehen solche offenen Stellen mit einem neuen Gang. Wühlmäuse übernehmen auch gerne alte Maulwurfgänge.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 28.08.2018, 06:05 Uhr

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