Frau gibt einem Mann in Arbeitskleidung Geld
Nicht alles ist Schwarzarbeit. Bild © picture-alliance/dpa

Die Wohnung tapezieren, das Auto reparieren, beim Umzug helfen - was ist noch die Hilfe unter Freunden oder in der Familie und wo fängt die Schwarzarbeit und damit die Kriminalität an?

Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Jährlich gehen dem Staat zig Millionen Euro im dreistelligen Bereich an Einnahmen dadurch durch die Lappen. Wenn beispielsweise ein Handwerker Arbeiten ausführt, ohne eine Rechnung zu stellen, d.h. keine Steuern abgeführt werden, die Tätigkeit aber über eine Gefälligkeit hinaus geht, handelt es sich um Schwarzarbeit.

Repariert ein Installateur den lecken Wasserhahn eines Familienmitglieds oder eines Kumpels aus dem Verein und bekommt als Dankeschön ein kleines Präsent, geht es als Freundschaftsdienst oder Nachbarschaftshilfe durch. Strafbar wird es erst, wenn es gewerbsmäßige Formen annimmt.

Weitere Informationen

Nachbarschaftshilfe

  • die Person stammt aus dem näheren Umfeld (Familie, Freunde, Nachbarn)
  • es handelt sich um eine gegenseitige Unterstützung
  • die Leistung wird ohne oder gegen ein geringes Entgelt erbracht


Informationen Thema Schwarzarbeit auf der Internetseite des Zolls

Leigaben unter Freunden - wie kann man sich absichern?

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Kinder, die gelegentlich den Rasen von Nachbarn mähen und dafür eine Kleinigkeit zur Aufbesserung des Taschengelds erhalten, tun dies legal. Wenn aber jemand regelmäßig, beispielsweise, einmal die Woche, für eine feste Zeit im Garten arbeitet, fällt das unter Schwarzarbeit.

Kein Problem ist es auch, wenn Arbeitsleistungen "getauscht" werden: Hecke schneiden gegen Haare schneiden beispielsweise, oder das Helfen beim Umzug oder beim privaten Hausbau. Hilft man jemand beim Bau eines Gebäudes, das nur gewerblichen Zwecken dient - es wird vermiete, verkauft oder verpachtet -, fällt das allerdings nicht mehr unter Selbsthilfe.

Schwarzarbeit: Beide Seiten schuldig

Wenn Schwarzarbeit auffliegt, sind in der Regel beide Parteien betroffen. Der Auftraggeber, weil er gegen die so genannte "gesteigerten Erkundungspflicht" verstoßen hat, d.h. er sich nach dem rechtlichen Status des Beauftragten hätte erkundigen müssen.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 09.08.2018, 06:05 Uhr

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