Eine Wespe sitzt auf einem Melonenstück
Bloß nicht reinbeißen: eine Wespe sitzt auf einem Stück Melone. Bild © picture alliance / dpa Themendienst

Eine Insektengift-Allergie kann tödlich enden. Wer gestochen wird und unter Atemnot, Herzrasen oder Übelkeit leidet, der sollte sofort den Notarzt rufen. Wie Sie eine übersteigerte Reaktion erkennen, weiß der Allergologe Ludger Klimek.

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Eine Frau hat am Hals mehrere gerötete Insektenstiche

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Professor Ludger Klimek: "Insektenstich-Allergien sind sehr gefährliche Erkrankungen"

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Der Tod des ehemaligen Radprofis Andreas Kappes hat in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Der 52-Jährige war an einem allergischen Schock gestorben, nachdem er von einem Insekt gestochen worden war. Es kommt gar nicht so selten vor, dass Stiche solche allergischen Reaktionen auslösen, sagt der Allergologe Professor Ludger Klimek: "Wir können davon ausgehen, dass fast jeder 20. in Deutschland davon betroffen oder gefährdet ist. Glücklicherweise sind diese Stichreaktionen in vielen Fällen nicht so extrem wie jetzt in diesem Fall. Aber Insektenstich-Allergien sind sehr gefährliche Erkrankungen und es ist wichtig, dagegen etwas zu tun."

So erkennen  Sie, dass Sie allergisch reagieren

Eine allergische Reaktion ist eine übersteigerte Reaktion dessen, was man kennt: Juckreiz, eine Rötung und eine 10 bis 20 cm große geschwollene Stelle - das sind erste Alarmsignale. Gibt es Reaktionen, die entfernt von der Einstichstelle auftreten, dann wird es richtig gefährlich. Tauchen Schwellungen an ganz anderen Stellen auf, gibt es einen Juckreiz am ganzen Körper oder sogar Atemnot, Herzrasen und Übelkeit handelt es sich um eine allergische Allgemeinreaktion. Die kann bis zum allergischen Schock gehen. Wird dieser nicht sofort und suffizient, also ausreichend, behandelt, endet er in vielen Fällen tödlich.

Weitere Informationen

Was tun, wenn verstärkte Symptome auftreten

  • Sofort den Notarzt rufen
  • Die Reaktion vom Notarzt behandeln lassen
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So erfahren Sie, ob eine Insektenallergie vorliegt

Nach solch einer allergischen Allgemeinreaktion sollte ein Allergologe testen, ob eine Insektenallergie vorliegt. Der Experte kann feststellen, auf welche Insekten der Patient reagiert. Betroffene bekommen dann Verhaltensempfehlungen, außerdem ein Notfallset zur Eigenbehandlung. Darin sind antiallergische Medikamente enthalten, aber auch ein Adrenalin-Auto-Injektor. Diese Spritze kann man sich selbst geben. Sie retten jedem Menschen, der einen allergischen Schock hat, das Leben.

Und wer trotz richtigem Verhalten von einer Wespe gestochen wird und eine übersteigerte Reaktion beobachtet hat behandeln lassen, für den hat Ludger Klimek eine gute Nachricht: "Gegen die gerade sehr stark auftretende Wespengift-Allergie gibt es Immuntherapien, die spezifisch darauf ausgerichtet sind und eine Erfolgsaussicht von über 90 % haben."

Sendung: hr4, Britta am Vormittag, 02.08.2018, 11:15 Uhr

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