Lachende Frau

Das Lachen gesund ist, ist bekannt. Ein guter Witz bringt jeden zum Lachen. Doch was passiert in unserem Gehirn, wenn uns jemand einen Witz erzählt? Lachen Tiere auch wie wir Menschen? Und was ist eigentlich Lachyoga?

Was passiert in unserem Körper, wenn wir lachen?

Wenn wir lachen, betreibt unser Körper Hochleistungssport. Zwischen dem Gesicht und dem Bauch sind beim Lachen fast 300 verschiedene Muskeln in Bewegung. Allein 17 Muskeln im Gesicht werde vom Lachmuskel "Zygomaticus" angespannt. Bei starken Reaktionen auch die Tränensäcke, was dazu führt, dass wir Tränen lachen.

Bei einem richtigen Lachanfall pressen die Bauchmuskeln die Luft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern raus. Nicht nur die Muskeln sind beim Lachen aktiv, auch verschiedene Organe kommen zum Einsatz. Die Lunge nimmt dabei drei- bis viermal so viel Sauerstoff wie gewöhnlich auf. Auch das Zwerchfell hüpft wenn wir lachen. Durch die schnellere Atmung wird der Blutfluss angeregt: Das macht Lachen so gesund.

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T-Zellen

Auch T-Lymphozyten genannt, sind weiße Blutzellen, die für die Immunabwehr wichtig sind.

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Mediziner haben außerdem festgestellt, dass durch Lachen T-Zellen aktiviert werden, wodurch das Immunsystem gestärkt wird. Nach einem herzhaften Lachen kommt der Körper wieder zur Ruhe. Durch die Anstrengung des Lachens sind nun alle Muskeln gut durchblutet und entspannen sich jetzt wieder. Die Entspannung nach dem Lachen sorgt dafür, dass Stresshormone abgebaut werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Lachen steckt an - warum ist das eigentlich so?

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Zuerst lacht das Gehirn

Über etwas oder über einen Witz zu lachen, ist ein komplexer Vorgang im Gehirn. Erzählt uns jemand einen Witz, gelangt dieser zunächst über das Ohr ins Hörzentrum.Von dort aus geht's weiter ins Zentrum für Sprachverständnis, wo er analysiert wird. Dann wird die Information von der linken in die rechte Hirnhälfte transportiert. Dort wird abgeglichen, ob sich Emotionen und Inhalte entsprechen. Stimmen sie nicht überein, findet unser Gehirn dem Witz lustig.

Lachende Kinder

Jetzt stimuliert das Gehirn den Körper zum Lachen. Für diese Schwerstarbeit belohnt sich das Gehirn selbst: Es schüttet Glückshormone aus. Hirnforscher suchen schon lange nach einem Humorzentrum im Gehirn, bis jetzt aber erfolgslos. Die Impulse, die uns zum Lachen bringen, können von überall her kommen. Wenn wir gekitzelt werden, sind andere Gehirnzellen aktiv, als wenn uns jemand einen Witz erzählt, wir jemanden auslachen oder wir uns einfach nur freuen.

Lachyoga

Mit richtigen Yoga, wie man es aus dem Yogastudios oder -Kursen kennt, hat dies eher wenig zu tun: das Lachyoga. Beim Lachyoga steht das grundlose Lachen im Vordergrund. Während einer Lachyoga-Stunde werden verschiedene Übungen kombiniert: Klatschen, Tanzen, Atmen Singen, Improvisation und natürlich Lachen. Den positiven Effekt das Lachyogas soll man bereits nach kurzer Zeit spüren.

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Hintergrund

Das Lachyoga wurde 1995 von dem indischen Arzt Madan Kataria entwickelt. Da es erwiesen ist, dass Lachen gesund ist, war er auf der Suche nach einer Methode, um mehr zu lachen. 1998 bestimmte Madan Kataria den ersten Sonntag des Mais zum Weltlachtag. An diesem Tag wird weltweit um 14 Uhr für eine Minute gelacht.

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Beim Lachen stellen sich gute Laune, eine positive Einstellung, Hoffnung und Optimismus ein. Auch das Selbstvertrauen wird gestärkt. Darüber hinaus soll das Lachyoga sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Die Teilnehmer lernen eine positive Grundeinstellung zu pflegen und mit Leichtigkeit und Freunde durchs Leben zu gehen. Inzwischen gibt es in vielen Städten Lachyogakurse- und Seminare.

Lachende Tiere?

Manchmal sieht es so aus, als würden Tiere lächeln oder sogar lachen. Das kennt man vielleicht von Affen und Pferden.

Je näher die Affen-Art mit uns verwandt seien, desto menschlicher sei ihr Lachen, so die Theorie. Die bekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall fand 1970 heraus, dass Schimpansenbabys glucksende Laute ausstoßen, wenn sie von ihrer Mutter gekitzelt werden. Viele Tiere scheinen vor Freude zu lachen.

Lachender Bonobo

In Experimenten mit Ratten fand man heraus, dass die Tiere hohe Pfeiftöne ausstoßen, wenn sie gekrault werden. Daraus lässt sich schließen, dass die Tiere das Streicheln als angenehm empfinden. Diese Töne liegen allerdings im Ultraschallbereich und sind für das menschliche Ohr nicht hörbar. Auch amerikanische Bisons sollen ab und zu lachen. Wenn sie über eine Eisfläche schlittern, stoßen sie vor Freude Töne aus die an Lachen erinnern.

Ähnlich ist das bei Delfinen, die Schnatter- oder Quietschtöne erzeugen, wenn sie zur Belohnung einen Fisch bekommen. Allerdings geben Biologen zu bedenken, dass man nicht zu viel in das vermeidliche Lachen der Tiere hinein interpretieren sollte. Das "Kichern" der afrikanischen Tüpfelhyäne erinnert zwar an ein menschliches lachen, jedoch "kichern" die Hyänen nicht aus Vergnügen, sondern nur wenn sie nervös sind oder sich bedroht fühlen.

Lustige Fakten zusammengefasst

  1. Einige Tiere können lachen, andere nicht. Bären, zum Beispiel, können nicht lachen. Sie haben nicht die nötige Gesichtsmuskulatur.
  2. Mäuse und Ratten lachen, wenn sie gekitzelt werden. Auch Schimpansen oder Orang-Utans haben die Fähigkeit zu lachen.
  3. Wir lachen nicht nur, wenn eine Sache besonders lustig ist: Lachen ist auch eine Methode, um sozialen Konflikten aus dem Weg zu gehen und die Lage zu entschärfen.
  4. 1927 kam es zu einem Todesfall durch Lachen. Der Patient lachte so sehr, dass er einen Herzmuskelriss erlitt. Zum Glück passiert so etwas extrem selten.
  5. Ein richtiger Lachanfall spricht die gleiche Region im Gehirn an wie die Droge Kokain.
  6. Die ausgeschütteten Glückshormone sind gut gegen Stress und entspannen uns.
  7. Kinder lachen pro Tag rund 400-mal. Daran sollten sich Erwachsene ein Beispiel nehmen, sie schaffen es im Schnitt nur 15-mal täglich.
  8. Am ersten Sonntag im Mai findet jährlich der Weltlachtag statt.
  9. Es gibt sogar Lachclubs. Hier wird Lachen mit Yoga kombiniert –Tiefenentspannung und gute Laune garantiert.
  10. Beim Lachen werden im Gesicht 17 Muskeln beansprucht, am ganzen Körper sind es sogar 80. Die Beinmuskulatur wird entspannt, die Bauchmuskeln werden angespannt

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 28.08.2019

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