Junge Frau beim Duschen
Bild © Model Foto: Colourbox.de

Heiß, kalt, heiß, kalt: Dieses ständige Hin und Her bei Wechselduschen soll nicht nur das Immunsystem stärken, sondern auch vor Erkrankungen schützen. Die richtige Anwendung spielt dabei aber eine wichtige Rolle.

Unter Wechselduschen versteht man das minutenweise wiederholte Wechseln zwischen heißem und kaltem Wasser. Schon im alten Rom wurden sogenannte Wechselbäder praktiziert. Sebastian Kneipp machte diese alte Heilmethode vor über 100 Jahren in Deutschland bekannt: bis heute sind diese Wasseranwendungen in vielen Kurhäusern fester Bestandteil der Therapie. Sie sollen auch bei allerlei Alltagsbeschwerden wie Kopfschmerzen, innerer Unruhe oder Schlafstörungen helfen.

Wirkungen von Wechselduschen

Den Wasseranwendungen nach Kneipp-Art wurden in mehreren Studien ein positiver Effekt auf die Gesundheit zugeschrieben. Welche positiven Auswirkungen Wechselduschen wirklich haben, erklärt Astrid Reiße, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren: "Wechselduschen dienen zur Stärkung des Immunsystems, vor allen Dingen zur Infektabwehr-Steigerung. Es bringt den ganzen Körper in Schwung und stabilisiert ihn."

Ein stabiler Kreislauf versorgt die Organe mit ausreichend Blut. "Auch bei Abwehrschwächen im Bereich der Atemwege haben sich Wechselduschen hervorragend bewährt." Selbst Sebastian Kneipp sprang täglich in die eiskalte Donau um seine Tuberkulose zu kurieren, nachdem die Ärzte ihm nicht mehr weiterhelfen konnten. Und das mit Erfolg!

Gut gegen Krampfadern

Die Fachärztin Astrid Reiße empfiehlt auch Personen, die unter Krampfadern leiden, regelmäßig Wechselduschen anzuwenden. Es sei sinnvoll "abends eine ordentliche Wechseldusche zu machen. Das hat nämlich den Vorteil, dass die Gefäße sich immer wieder weiten und verengen." Das ist eine gute Aktivität für die Venen und Muskeln, die bei täglicher Anwendung trainiert werden. Ein anderer positiver Nebeneffekt ist, dass Wechselduschen das Bindegewebe straffen und somit Cellulite reduzieren können.

Keine Wechselduschen bei schwachem Kreislauf

Zwar hat die Wechseldusche viele positive Einflüsse, doch ist sie nicht für jeden geeignet, warnt die Allgemeinmedizinerin: "Bei Herzkreislauferkrankungen würde ich vorher den Arzt fragen, gerade wenn Kreislauf- und Bluthochdruckkrisen sind. Da würde ich vorsichtig sein. Ansonsten sind Wechselduschen unbedenklich."

Wechselbäder ganz leicht für Zuhause

Um auch zuhause von den Vorteilen dieser Heilmethode profitieren zu können, sind Wechselduschen die ideale Alternative für das eigene Badezimmer. Beim ersten Mal sollte man den Körper aber nicht allzu stark reizen. Das kann nämlich den Kreislauf unnötig belasten. Anfänger sollten mit Bein und Armgüssen beginnen und sich vorsichtig von unten nach oben in kreisenden Bewegungen vorarbeiten. Dabei duscht man ca. eine Minute lang mit heißem und dann wieder für eine weitere Minute mit kaltem Wasser. Diesen Vorgang wiederholt man drei bis vier Mal. Man sollte immer mit heißem Wasser beginnen und mit kaltem enden.

Nach dem Duschen nicht abtrocknen!

Wichtig ist, dass man sich nicht abtrocknet, sondern lediglich das Wasser abstreift, damit ein Feuchtigkeitsfilm auf der Haut bleibt. Erst so zeigt die Wechseldusche ihre wahre Wirkung.

Fazit

Wechselduschen sind nicht nur gesundheitsfördernd, sondern dazu auch noch für fast jeden geeignet, preiswert und leicht zu Hause durchführbar. Sie sind ein leichtes Mittel den Körper ohne großen Zeitaufwand zu stabilisieren und zu stärken, und straffen zudem die Haut. Wechselduschen machen nicht nur gesund sondern auch schön!

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 06:05 Uhr, 28.09.2017

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