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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found #fillthebottle - so funktioniert es

Eine abgebrannte Zigarette liegt auf dem Tisch

#fillthebottle - das ist ein Internettrend, der aus Frankreich nun nach Deutschland kommt. Plastikflaschen, gefüllt mit Zigarettenstummeln. Was auf den ersten Blick skurril aussieht, hat einen nützlichen Hintergrund: Umweltschutz.

Wie funktioniert die Aktion?

Unter dem Hashtag "fill the bottle" (zu deutsch: Füll die Flasche) posten etliche Menschen online Plastikflaschen, gefüllt mit Zigarettenstummeln. Was auf den ersten Blick skurril aussieht, hat einen sinnvollen Hintergrund: Umweltschutz. Denn entgegen der Vermutung, dass Zigarettenstummel biologisch abbaubar sind und auch mal auf dem Boden ausgetreten werden können, sind die kleinen Papier- und Tabakrest extrem giftig für unsere Natur.

fillthebottle Zigaretten sammeln für die Umwelt

Die Aktion, die ursprünglich in Frankreich gestartet wurde, schwappt nun nach Deutschland und richtet den Fokus ganz besonders auf Zigarettenstummel, die achtlos auf den Boden geworfen wurden. Das Prinzip ist denkbar einfach: Unterwegs die Stummel von der Straße aufsammeln und in eine leere Flasche stecken. Sobald die Flasche gefüllt ist, ein Foto in den sozialen Netzwerken hochladen.

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Der Haken an der Sache

Falls Sie selbst an der Aktion teilnehmen wollen sollten Sie folgendes beachten: Wer eine Flasche voll mit Zigarettenstummel gesammelt hat, möchte diese gerne im Anschluss entsorgen. Doch hierbei ist richtige Mülltrennung wichtig. In Deutschland werden pfandfreie Plastikflaschen recycelt und kommen in der Wertstoffmüll oder den Gelben Sack.
Zigarettenstummel müssen über den Restmüll entsorgt werden!

Ende der weiteren Informationen

Welchen Schaden richten Zigarettenstummel an?

Wer auf den Aschenbecher verzichtet und seine Reste nach dem Rauchen achtlos auf den Boden wirft, fügt der Natur erheblichen Schaden zu. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) finden sich bis zu 7.000 unterschiedliche Chemikalien in den kleinen Stummeln, die meisten sind entweder krebserregend oder giftig. Nach dem Rauchen enthalten die Filter besonders Nikotin, doch auch Stoffe wie Arsen, Blei, Chrom, Benzol oder Formaldehyd sind nachzuweisen.

All diese Chemikalien gelangen durch den weggeworfenen Zigarettenstummel in unsere direkte Umwelt und auch ins Grundwasser. Laut einer Studie der TU-Berlin ist die Umweltbelastung in Städten bis zu 60-mal höher als in ländlichen Gebieten. In Berlin kommen auf einem Quadratmeter etwa 2,7 Zigarettenstummel auf dem Boden zusammen.

Kippe auf dem Boden

Doch auch Tiere leiden unter der Verschmutzung. Besonders Vögel verwechseln die giftigen Stummel mit Essbarem und füttern sie an ihre Jungtiere – mit verheerenden Folgen. Die Jungtiere sterben an der Vergiftung.

Was hilft gegen Kippen auf der Straße?

Geldstrafen: Aktuell gibt es in Deutschland kein festes Bußgeld für die gedankenlose Umweltverschmutzung. Lediglich eine Empfehlung für ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro – doch das soll sich bald ändern. Der NABU und einige Politiker verschiedener Parteien sprachen sich kürzlich für Bußgelder aus, die deutlich höher ausfallen. Bis zu 100 Euro Geldstrafe könnte bald in Großstädten auf Umweltsünder zukommen.

Pfand: Das Pfandsystem ist in Deutschland sehr beliebt, wenn es um Trinkflaschen geht. Doch kann es auch mit Zigaretten funktionieren? Aktuell ist auch ein Pfandsystem im Gespräch, bei dem bis zu vier Euro Pfand auf den Preis einer Schachtel Zigaretten aufgeschlagen wird. Die Kunden bekommen das Pfand nur zurück, wenn alle 20 Stummel wieder zurückgegeben werden. Die Umsetzung des Pfand-Projektes ist allerdings fraglich.

Biologisch abbaubare Filter: Herkömmliche Filter brauchen in der Regel zehn bis 15 Jahre bis sie sich auf natürliche Weise zersetzt haben. Doch das künstliche Material hinterlässt Mikroplastik in der Natur und bleibt deshalb extrem problematisch. Eine Alternative bieten Öko-Filter die aus Baumwolle oder Holzfasern bestehen, diese verrotten bereits nach etwa einem Monat und hinterlassen keine Plastikreste.

Taschenaschenbecher

Kippen-Briefkasten: Das Präventionsprojekt "Cleanffm" stellt in Frankfurt in der ganzen Stadt grüne Kästen auf, die Zigarettenstummel aufsammeln sollen. Auf jedem Kasten stehen amüsante Fragen, die man mit seinem Stummel beantworten kann. Zum Beispiel Fragen wie: „Grie Soss lieber mit Schnitzel oder mit Ei? “. Das Projekt möchte damit niemanden belehren, sondern Raucher*innen motivieren und auf die Gefahren für die Umwelt hinweisen. Für unterwegs gibt es außerdem auch Taschen-Aschenbecher, die die Stummel solange verwahren, bis man einen Mülleimer findet.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 03.09.2019, 06:00 Uhr

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