Audio

Audioseite Hans Sarkowicz lässt es bei sich im Garten wachsen

Blumenwiese und Hans Sarkowicz links eingeklinkt

Jahrelang hat auch Hans Sarkowicz seinen Garten regelmäßig gemäht. Durch Zufall kam er vor einigen Jahren aber nicht dazu und das Resultat hat ihn überrascht. Jetzt greift er nur noch zwei Mal im Jahr zum Mäher, ansonsten darf es sprießen. Die Natur freut es.

Für hr-Redakteur Hans Sarkowicz, unseren Kenner der "Hessischen Geschichte(n)", gehörte das Rasenmähen jahrelang zum Pflichtprogramm. Vor einigen Jahre vernachlässigt er das aber - und war vom Ergebnis überrascht: Es wuchs und wurde bunt, es summte und brummte.

Garten Hans Sarkowicz

Statt des kurz geschorenen Rasens stand da nun eine Wiese mit bunten heimischen Blumen. Das Gras durfte sich endlich mal lang machen und Rispen bilden. Blumen wie Klee oder Löwenzahn kamen nur zu Geltung. Und das freute wiederum die Insekten. Sie hatten eine neue Nahrungsquelle.

Nachbarn einbeziehen

Diese Erfahrung brachte Familie Sarkowicz auf die Idee, den Garten künftig weniger zu bearbeiten und ihn sich mehr selbst zu überlassen. Allerdings, das betont Hans Sarkowicz, muss man dafür die Nachbarn mit ins Boot holen. Denn die Pflanzen bleiben nicht nur auf dem eigenen Grundstück.

Löwenzahn wächst in den Fugen der Terrasse

Man kennt das ja vom Löwenzahn, der "Pusteblume", wenn die Samen an ihren Fallschirmchen durch die Luft fliegen. Haben die Nachbarn damit ein Problem, muss man entsprechend reagieren. Hier war "Hans im Glück" und die Nachbarschaft spielte mit.

Lebendiger Ort

Zumal der Garten jetzt auch viel lebendiger und abwechslungsreicher ist. Im Frühjahr stecken zuerst die Gänseblümchen ihre weißen Köpfchen aus dem Gras. Dann folgen Löwenzahn, Margeriten oder Flockenblumen. Um ihnen eine Bühne zu bieten, muss dann doch mal gemäht werden.

Walderdbeeren

Für Familie Sarkowicz sind auch Disteln keine unerwünschten Pflanzen. Sie sind eine sehr beliebte Nahrungsquelle für Bienen und Distelfink (auch Stieglitz genannt. Dieser trägt den Namen nicht zu Unrecht: Die Samen der Distel zählt zu seinem Lieblingsfutter.

Natur kümmert sich selbst

Die Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die den Garten jetzt als Heimat gefunden haben, lassen Hans Sarkowicz immer wieder staunen. Die Natur schafft es, ihr Terrain auszuweiten, wenn man sie nur lässt: Vögel scheiden Samen aus, der Wind trägt Samen durch die Gegend oder Eichhörnchen vergraben Nüsse und vergessen sie. So ist auch ein Nussstrauch in den Sarkowicz'schen Garten gelangt.

Lavendel

Allerdings wurde dann doch auch etwas nachgeholfen. Im Gartenmarkt hat der Hausherr einige Pflanzen, vor allem heimische Wildkräuter, gekauft und der Natur etwas unter die Arme gegriffen.

Ganz ohne Arbeit geht es aber nicht

Wie schon gesagt: Der Rasen, oder besser: die Wiese, wird nur zweimal im Jahr gemäht. Um die Vielfalt zu gewährleisten, müssen Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden. So nehmen sie den Pflanzen keinen Platz weg und geben ihnen die Möglichkeit, sich zu entfalten.

Katze

Wenn sich die Blumen ausbreiten, lockt das auch nützliche Insekten an und dann auch Vögel. Der Garten wird nicht zu einem sterilen Ort, sondern es wird bunt und vielfältig. Der Garten ist naturnah, keine Wildnis, aber eine kleine Oase, die nicht nur an heißen Sommertagen zum Verweilen einlädt.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen