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Audioseite Hessen Forst buddelt nach Maikäfer-Larven

Drei Engerlinge des Feldmaikäfers

Im Rheintal sind zur Zeit seltsame Aktivitäten zu beobachten: Leute graben Löcher im Wald. Das hat aber einen wissenschaftlichen Hintergrund. Sie suchen die Larven des Maikäfers.

Mit Maikäfern ärgern Max und Moritz ihren Onkel Fritz. Doch nicht nur in Wilhelm Buschs Geschichte sind die Käfer eine Plage, auch in der Realität können sie zu einer werden. Besonders im Hessischen Ried und rund um Hanau-Wolfgang treten sie immer wieder vermehrt auf.

Wie man solche starken Jahre besser vorhersagen kann, versucht jetzt ein Forschungsprojekt von Hessen Forst im Rheintal herauszufinden. Dazu werden 500 Löcher in den Wälder gegraben und geschaut, wie viele Larven des Maikäfers dort zu finden sind und mit wie vielen Käfern dann im nächsten Jahr zu rechnen ist.

Feldmaikäfer und Larve

Larven fressen Wurzeln der Bäume

Während die Käfer später nur lästig sind, können die Larven den Wald schädigen. Drei Jahre verbringen sie in diesem Stadium, dann wandeln sie sich zum Maikäfer. Anfangs fressen die Engerlinge Graswurzeln, doch ab dem zweiten Jahr ernähren sie sich von den Wurzeln von jungen Waldbäumen, Eichen oder Buchen beispielsweise. Damit schädigen sie, wenn die gehäuft auftreten, den eh schon geschädigten Wald weiter.

Eine Häufung von Larven, so Dennis Schwalm von Hessen Forst, führt dann zum Absterben des Waldes. Deshalb werden jetzt bei dem gemeinsamen Forschungsprojekt von Hessen Forst und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt die Wälder im Rheintal untersucht.

Feldmaikäfer auf einem Blatt

Käfer schlüpfen jetzt

Wie der Name schon sagt, kommen ab Ende April die Maikäfer aus der Erde. Jetzt fressen sie das Laub der Bäume. Was natürlich, wenn sie in Massen auftreten, in den betroffenen Gebieten auch nicht gut für den Wald ist. Im Mai und Juni summen die Käfer vor allem durch die Gegend. Nach der Paarung stirbt das Männchen dann. Das Weibchen nach der Eiablage.

Ein Gelege kann aus zehn bis 100 Eiern bestehen. Nach rund sechs Wochen schlüpfen daraus die Engerlinge. Damit beginnt dann die Gefahr für die Wälder, wenn es zu viele gibt. Und deshalb wird gerade gebuddelt, um hier eine Vorhersage treffen und Maßnahmen einleiten zu können.

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