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Audioseite Die ersten Störche sind wieder da

Storch

Hessen ist wieder ein Storchenland, sagt Bernd Petri vom NABU. Einige waren auch gar nicht weg aus Hessen, andere machen sich gerade von ihren Winterquartieren auf den Weg zurück zu ihrem Nest, wie beispielsweise Liebi aus Ebsdorfergrund.

Liebi gehört noch zu den "klassischen" Störchen, die es im Winter nach Süden ins Warme zieht. Der Storch aus Ebsdorfergrund, einer Gemeinde im Landkreis Marburg-Biedenkopf, ist mit einem hochmodernen Satellitensender ausgestattet. Damit kann wird seine Flugroute verfolgt. Bernd Petri vom NABU erzählt, dass der hessische Adebar im Dezember und Januar sich im Raum Madrid aufgehalten hat. Jetzt ist er wieder auf dem Weg nach Norden zu seinem Nest in Mittelhessen.

Andere Störche hat es gar nicht weg aus Hessen gezogen. Einige sind nur von Nordhessen bis nach Südhessen gekommen. Bei Büttelborn, Biebesheim oder Groß-Gerau haben zahlreiche Störche aus nördlicheren Gegenden den Winter verbracht, teilweise auch im Schnee stehend. Für sie, so Bernd Petri, reicht der hessische Süden zum Überwintern aus. Sie brauchen nicht mehr die Reise in den Mittelmeerraum.

Storch auf seinem Nest bei Nidderau

Blutige Kämpfe ums Nest und Weibchen

Dabei suchen sich die großen Vögel schon mal ungewöhnliche Schlafplätze: Neben Dächern oder Strommasten, was nicht ganz ungefährlich ist, sitzen sie auch schon mal auf Straßenlaternen. Das ist dann ein beliebtes Fotomotiv, wie der Vogel-Experte zu berichten weiß.

Wenn die Störche jetzt wieder zu ihren Nestern zurückkehren, in Niederweimar bei Marburg ist ein Paar schon wieder am Renovieren des Nestes, kommt es teilweise auch zu erbitterten Kämpfen. Die Tiere sind standorttreu und kehren dorthin zurück, wo sie geboren wurden. Und hier gilt dann oft: Wer zuerst kommt, der besetzt das Nest. Ist das ein fremder Storch, dann kann der Kampf um den Brutplatz schon mal blutig enden. Ebenso die Brautwerbung, wenn es Rivalen gibt.

Zahl der Störche wächst

Deshalb werden inzwischen an vielen Stellen in Hessen, beispielsweise bei Schönstadt im Marburger Land, künstliche Nistmöglichkeiten aufgestellt. Bernd Petri stellt sehr erfreut fest: "Hessen ist wieder ein richtiges Storchenland!" 832 Brutpaare wurden im letzten Jahr gezählt. Es gab rund 1.600 junge Störche. Hochburgen sind rund um Groß-Gerau, in der Wetterau oder im Amöneburger Becken.

Hänsel und Gretel bei der Paarung

Also jetzt beim Spaziergang die Augen und Ohren auf. Denn es wird wieder fleißig geklappert. Und viele Storchenfreundinnen und -freunde sorgen dafür, dass die Tiere hier wieder nisten können und die Population weiter wächst.

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