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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der "Phantom-Biber" von Borken

Biber

Seit etwa einem Jahr hinterlässt ein Biber am Borkener See seine Spuren. Auch seine Behausung ist zu sehen, doch ihn hat man bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Reporter Rainer Janke war für hr4 auf Spurensuche.

Gemeinsam mit dem Biologen David Schomberg ist hr4-Reporter Rainer Janke am Borkener See unterwegs. Mit geübtem Auge entdeckt der Naturkundler frische Bissspuren an umgefallenen Baumstämmen. Daran hat der Biber sich gütlich getan. Etwas weiter an einer guten Ecke des Sees hat er sich seine Burg aus Ästen gebaut. Doch es ist nur der Teil zu sehen, der aus dem Wasser ragt. Der Großteil des Baus ist Unterwasser.

Vor rund einem Jahr wurden die ersten Spuren des Bibers an den nordhessischen See entdeckt. Vermutlich ist er aus dem Süden gekommen und hat sich über die Flüsse und Bäche bis in den Borkener See vorgearbeitet. In der Nähe des Sees fließt die Olmes, ein kleiner Nebenfluss der Schwalm. Für den Biber der ideale Verkehrsweg, vermutet David Schomberg.

Bisher abgetaucht

Das liegt auch den der besonderen Fähigkeit der Biber, dass sie Allesfresser sind und sich gut an die Umwelt anpassen können. Auch das Klima ist kein Problem, denn die Tiere legen im Herbst entsprechende Vorräte für den Winter an.

Und obwohl der Biber nun seit einem Jahr am und im See aktiv ist, konnte David Schomberg ihn bisher nicht entdecken. Immer, wenn er dort war, hielt sich das Tier wohl in seiner Burg oder Unterwasser auf. Der Biber bleibt ein Phantom.

Früher war der Biber eine Fastenspeise

Dem Schicksal seiner Artgenossen im Mittelalter dürfte der Borkener Biber allerdings entgehen: Sie landeten gekocht oder gebraten auf dem Teller. Früher war in der jetzt beginnenden Fastenzeit Fleisch verboten. Doch das wurde geschickt umgangen: Es wurde einfach "alles, was im Wasser ist" zu Fischen erklärt. Fische waren in der Fastenzeit erlaubt.

Und so kam es, dass auch der Biber, zumal er ja auch einen flossenähnlichen Schwanz hat, zum Fisch erklärt wurde und auf dem Teller landete. Das wird dem zweitgrößten Nagetier der Erde heute erspart bleiben. Biber stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten und dürfen nicht gejagt werden. Aber vielleicht schießt ja demnächst mal jemand ein Foto des Borkener Burgherrn.

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