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Audioseite Melanie Brost - Schäferin aus Offenbach

Melanie Brost und ihre Schafe

Es ist ein eher ungewöhnliches Hobby für eine junge Frau, doch Melanie Brost ist mit Leidenschaft Schäferin. Dabei arbeitet sie hauptberuflich bei den Stadtwerken Offenbach. Doch nebenbei betreibt sie inzwischen die Schäferei Mainbogen mit über 100 Tieren.

Normalerweise ist Melanie Brost in der Personalabteilung der Stadtwerke Offenbach beschäftigt. Der Job füllt sie auch aus, doch nebenbei hat sie ein zweites Standbein als Schäferin. Es ist inzwischen mehr als ein Hobby. Sie ist die Chefin der Schäferei Mainbogen.

Dabei ist die 28-Jährige eher durch Zufall zu den Schafen gekommen. Eigentlich interessierte sie sich für Kangalhunde, eine große türkische Hirtenhund-Rasse. Diese Tiere sind allerdings nicht unbedingt als Haustiere zu halten, sie brauchen eine Aufgabe ihrem Wesen entsprechend: Schafe bewachen und verteidigen, selbst gegen Wölfe und Bären.

Melanie Brost und ihre Schafe

Mit einem Beinbruch fing es an

Also begann Melanie Brost sich vor rund fünf Jahren darüber zu informieren, was es beim Halten von Schafen alles zu beachten gilt. Sie besuchte dazu auch eine Schäferin. Dort schlug dann der Zufall zu: Ein Lämmchen brach sich ein Bein. Es sollte getötet werden. Das konnte die Offenbacherin nicht zulassen und nahm es mit zwei anderen Schafen kurzerhand mit nach Hause.

Aus diesen drei Schafen sind inzwischen über 100 Tiere - inklusive einiger Ziegen - geworden. Und Elsa, das Lämmchen mit dem gebrochenen Bein, ist immer noch Teil der Herde. Auch wenn Melanie anfangs dachte, Schafe seien langweilig, hat sie diese Meinung längst revidiert.

Melanie Brost und ihre Schafe

Schafe sind nicht die hellsten Tiere

In ihre Herde nimmt Melanie Brost gerne Außenseiter auf: Lämmer, bei denen Andere die mühsame Aufzucht mit der Flasche scheuen oder Schafe, die ihren Besitzern zu alt erschienen. Oder auch Tiere, die eine Freundin im Internet ersteigert hatte. In Offenbach bekommen sie ihr Gnadenbrot bzw. Gnadengras.

Obwohl die Schafe sich ähnlichsehen, kann die Schäferin sie auseinanderhalten. Einige hören auch auf ihre Namen und kommen gelaufen, wenn die 28-Jährige sie ruft. Ansonsten findet Melanie Brost, dass die Schafe sich manchmal sehr lustig verhalten, aber nicht unbedingt die schlausten Tiere sind. Doch das tut ihrer Liebe zu ihnen keinen Abbruch.

Melanie Brost und ihre Schafe

Schafe lassen echte Freunde erkennen

Sogar auf ihren Freundeskreis haben die Schafe schon Einfluss genommen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn Melanie kann nicht immer so, wie sie will. Die Bedürfnisse der Tiere gehen vor. Dafür haben nicht alle Bekannten Verständnis. Hier zeigt sich, wer echte Freundinnen und Freunde sind und zu ihr stehen. Und statt im Café trifft sich die Schäferin mit ihren Freundinnen zum Picknick bei der Herde.

Zu ihr steht auch ihr Arbeitgeber. Denn die Schafe halten öffentliche Rasenflächen auf natürliche Art kurz. Insgesamt sind es bisher 20 Hektar, die die Mainbogen-Herde abweidet. Eine Win-Win-Situation für alle.

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