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Audioseite Happy End für den kleinen Bruno!

Kleiner Waschbär aus Kassel

Ein Waschbärbaby fällt aus seiner Wurfhöhle im Baum auf einen Radweg - mitten in Kassel. Die Mutter holt den Kleinen nicht zurück in sein Nest. Er hat Glück und findet einen Platz in einer Wildtierauffangstation.

Ein Waschbärbaby fällt aus seiner Wurfhöhle hoch oben im Baum - mitten auf einen belebten Geh- und Radweg. Passanten finden es am späten Nachmittag und tragen es an die Seite. Sie hoffen, dass die Mutter es zurückholt. So geschehen in Kassel nahe dem Bahnhof Wilhelmshöhe - mitten in der Stadt.

Am nächsten Morgen danach liegt der Waschbärwelpe immer noch am Rand des Weges. Offenbar hat sich die Mutter durch den Menschengeruch abgeschreckt gefühlt und ihn deshalb in der Nacht nicht in den Baum zurückgebracht.

Kleiner Waschbär aus Kassel

Die hr4-Kollegen Peter und Stefanie Küster haben den Kleinen auf ihrem morgendlichen Hundespaziergang dort liegen sehen. Das cirka drei Wochen alte Waschbärbaby habe platt auf dem Bauch gelegen und nur noch leise gewimmert.

Plötzlich ein neues "Haustier"

"Wir haben dann die Polizei informiert und auf die Beamten gewartet", so Peter Küster. Trotz der frühen Morgenstunden laufen und radeln immer wieder Menschen vorbei, geben gute Tipps. Doch die Polizei taucht nicht auf. Die Küsters warten weiter. Nach einer guten halben Stunde habe er entschieden, den Kleinen vom kalten Boden aufzuheben und auf den Arm zu nehmen. Er habe dann bei der Polizei Bescheid gesagt und den Waschbären mit nach Hause genommen.

Kleiner Waschbär aus Kassel

Ganz schön mutig, findet das Jennifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung. Es sei besser, das Tier in eine Decke zu wickeln oder sogar mit Handschuhen anzufassen - zum einen wegen der Parasiten, aber auch, um sich vor möglichen Bissen zu schützen. Richtig sei es aber, die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter über den Fund des Waschbären zu informieren, einfach mitnehmen dürfe man Wildtiere nämlich nicht.

Videobeitrag

Video

zum hr-fernsehen.de Video Serie: Tierisch schlau | Waschbär-Gang – Schlaflose Nächte (3/5)

Nahaufnahme eines Waschbären.
Ende des Videobeitrags

Erste Hilfe dank Tierschutz-Gruppen bei Facebook

Zu Hause angekommen bekommt das Waschbärbaby erstmal Wasser mit Traubenzucker gegen den Durst. Stefanie Küster telefoniert mit Tierheimen, Tierärzten und Tierschützern, postet ein Bild mit den wichtigsten Infos in Wildtier-Facebook-Gruppen. "Ganz wichtig ist, den Fundort und die Postleitzahl zu posten, so können sich Tierschützerinnen und Tierschützer aus der nahen Gegend melden.

Vor allem bekomme man erste Tipps, wie man das kleine Findelkind am besten versorge. Klar wird aber auch, dass eine Vermittlung schwer werden wird: Waschbären dürfe man nicht mehr auswildern, da die Tiere eine invasive, also nicht einheimische Art seien.

Umzug nach Marburg

Glücklicherweise meldet sich eine Tierschützerin von einer privaten Wildtier-Auffangstation aus der Nähe von Marburg. Der kleine Waschbär wird in einen Katzenkorb gesetzt und ins Auto verfrachtet. Eine gute Stunde später ist er in seinem neuen Zuhause angekommen. Dort lebt er jetzt mit weiteren Waschbärkindern.

Einen Namen hat er dort auch bekommen: Bruno - wie der letzte Hund der Küsters.

Kleiner Waschbär aus Kassel
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