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Audioseite Kasseler und Verlobte können nicht aus Kabul ausreisen

Asib Malekzada

Asib Malekzada lebt und arbeitet in Kassel, befindet sich aber zurzeit in der afghanischen Hauptstadt Kabul bei seiner Verlobten. Bald wollen sie heiraten. Jetzt möchten die beiden so schnell wie möglich das Land verlassen, doch eine bürokratische Hürde hindert sie.

Eigentlich wollten Asib Malekzada aus Kassel und seine Verlobte demnächst heiraten, in Deutschland. Die beiden haben für die Hochzeit alle nötigen Unterlagen zusammen und der Termin steht auch schon. Asib ist dann vor Kurzem nach Kabul zu seiner zukünftigen Frau - ihren Namen möchte er aus Sicherheitsgründen nicht nennen - geflogen. Jetzt kommt ihnen die Offensive der Taliban in die Quere und sie sitzen in Kabul fest.

Zudemhat sich die Lage in der afghanischen Hauptstadt nicht nur politisch verschärft: Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad herrscht Wasserknappheit. An Lebensmitteln bleibt nur das, was sich in der Wohnung der Familie von Asibs Braut im Zentrum von Kabul befindet. Dazu kommt die Angst vor den Taliban und ihrer Herrschaft. Vor allem für Frauen und Mädchen bedeutet das gravierende Einschnitte in ihr bisheriges Leben.

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hs
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Visum verweigert

Die Verlobte von Asib ist Juristin. Ein Beruf, den sie unter dem Regime der Taliban aufgeben müsste. Das Paar will so schnell wie möglich weg aus Kabul. Der 33-jährige Kasseler, der sich seit Jahren in der SPD politisch engagiert, hätte die Möglichkeit. Doch er möchte - verständlicherweise - nicht ohne seine große Liebe das Land verlassen.

Das Problem: Als Verlobte zählt die junge Frau nicht zum engsten Verwandtenkreis und erhält kein Visum - obwohl der Hochzeitstermin fest steht und alle nötigen Papiere vorliegen. Die deutsche Botschaft in Kabul stellt seit Jahren keine Visa mehr aus. Islamabad (Pakistan) oder Neu-Dehli (Indien) wären die nächsten Anlaufstellen. Doch Asib hat Angst, am Flughafen anzukommen und seine Frau nicht mit ins Flugzeug nehmen zu können.

Ausreise nur gemeinsam

Asib findet es merkwürdig, dass ehemalige afghanische Mitarbeiter und Helfer der Bundeswehr teilweise ohne Reisepass ausgeflogen werden, aber ihnen das Visum verweigert wird.

Bis die Erlaubnis nicht erteilt wird, will der Kasseler Kabul auch nicht verlassen. Seine Verlobte in dieser Situation alleine zulassen, kommt für ihn nicht in Frage. Wir hoffen, dass es bald ein mehrfaches Happy End für die beiden gibt.

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