Joar Berge mit Kühen

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Odenwald zählten Tiere schon von klein auf zu seiner Umwelt. Besonders Kühe mochte er. Doch er entschied sich für einen Beruf in der Wirtschaft, ehe sich Joar Berge nun doch von seiner Berufung leiten ließ und seinen Job schmiss.

Als Kind war Joar Berge auf den Bauernhöfen seines Dorfs zu finden. Er verbrachte viel Zeit mit den Tieren, besonders Kalb "Rexi" hatte es ihm angetan. Der Junge kümmerte sich darum und baute eine enge Freundschaft zu dem Rind auf. Es war dann sehr schmerzhaft, als die Milchkuh "Rexi" später nicht mehr die Leistung brachte und wegmusste. Damals konnte der kleine Joar noch nichts dagegen tun. Jetzt schon!

Die Landwirtschaft war dann nach der Schule für Joar Berge erst mal keine Option. Er wurde IT-Spezialist mit gutem Verdienst und einem abwechslungsreichen Leben in Berlin und an der Côte d’Azur. Im Hinterkopf schlummerte aber immer der Gedanke, zurück in den Odenwald zu gehen und Kühe zu haben.

Joar Berge mit Kühen

Lebenshof neue Heimat

2019 fasste er dann den Entschluss, sein bisheriges Leben aufzugeben und sich seinen Traum zu erfüllen. Joar Berge ging zurück in den Odenwald, kaufte spontan zwei Kühe und ermöglichte so "Dagi" und "Emma" das Weiterleben. Aber ein Platz für die die beiden musste her. Den fand er Anfang 2020 auf dem Hof von Lena und Markus Mader in Hemsbach.

Da ihnen immer wieder Tiere gebracht wurden oder sie auch welche vor ihrem vorzeitigen Ende bewahrten, mussten sie umdenken. Um finanziell auf eine breitere Basis zu kommen, gründeten sie einen Verein. Aus dem Hof wurde 2020 der "Lebenshof e. V.", ein Ort, an dem Tiere nicht ausgebeutet werden, an dem sie nicht auf Produktion getrimmt werden, an dem sie alt werden können.

Joar wurde zum Influencer

Auf dem Lebenshof genießt Joar jetzt auch jeden Tag mit "Dagi" und "Emma" und den anderen Tieren. Er bringt ihnen kleine Kunststücke bei und gewöhnt sie an Kommandos. Von wegen "blöde Kuh"! Unter dem Namen "Moustache (Schnurrbart) Farmer" präsentiert er sich und seine beiden Kühe im Internet und in den sozialen Medien. So erwarb er sich den Ruf des Kuhflüsterers.

Joar Berge mit Kühen

Damit will er auf das Schicksal der Tiere aufmerksam machen. Bei den Menschen auch für einen bewussten Umgang mit tierischen Produkten werden. Auf dem Lebenshof Odenwald dürfen zahlreiche Tiere weiterleben, ohne dass von ihnen Leistung erwartet wird. "Dagi" und "Emma" sind Teil einer kleinen bunten Kuhherde. Dazu kommen Schweine, Hühner, Katzen, Hund "Roncalli" und Pony Lucky mit stolzen 22 Jahren auf dem Buckel. Die Freude, die Joar und die anderen an den Tieren haben, merkt den Tieren auch an.

Besuche auf dem Hof möglich

Wer möchte, kann die Tiere und den Hof mit einer Patenschaft unterstützen oder sich vor Ort umschauen. Besuche auf dem Hof sind möglich, wenn auch zur Zeit nur nach Voranmeldung. Aber es gibt Ideen, wie es weitergehen könnte, damit vor allem Kinder auf dem Lebenshof einen Einblick in eine artgerechte Tierhaltung bekommen.

Wie ein Kind fühlt sich auch Joar Berge wieder. Der Lebenshof ist in gewisserweise eine Fortsetzung seiner Kindheit.

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