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Audioseite Aus dem Alltag von Tiernotretter Stefan Kunisch

Stefan Kunisch mit einem Pferde-Dummy

Wenn Tiere in Not geraten und geborgen werden müssen, kommen sie zum Einsatz: die Tiernotretter der Feuerwehr. Einer davon ist Stefan Kunisch von der Freiwilligen Feuerwehr Kelkheim-Münster und Leiter der Tierrettungsgruppe im Main-Taunus-Kreis. Er hat einiges zu erzählen.

Die Katze auf dem Baum, die es nicht mehr alleine runter schafft, die Kuh, die im sumpfigen Graben feststeckt, oder Pferde, die nach einem Brand ausgebrochen sind, das sind Fälle, in denen die Tiernotretter der Feuerwehr gerufen werden und zum Einsatz kommen. Dabei erleben sie auch Geschichten, die sie bisher nur aus den Medien kannten.

So erging es Stefan Kunisch, der bei der Freiwilligen Feuerwehr im Kelkheimer Ortsteil Münster aktiv ist und gleichzeitig noch Leiter der Tierrettungsgruppe des Main-Taunus-Kreises ist. Eigentlich kannte er die Geschichte vom Pferd im Pool nur aus Zeitungen oder dem Radio, doch dann wurde er genau zu so einem Fall gerufen.

Feuerwehr rettet ein Tier - Kuh wird aus einem Graben gezogen

Pferd im Pool und Kängurus im Vorgarten

Ein Pferd war nachts ausgebüchst und wollte dann über eine "grüne Wiese" laufen. Allerdings entpuppte sich die Wiese als Trugschluss. Es handelte sich um die Abdeckplane eines Pools. Das Pferd landete also Wasser und kam von alleine nicht mehr raus. Doch Kunisch und seine Kollegen haben dem Tier dann aus dem Wasser geholfen.

In einem anderen Fall wurde die Tiernotretter am einem 1. Mai angerufen, weil sich im Vorgarten eines Hauses ein Känguru tummele. Klang nach einem Scherz. Vor Ort entpuppte sich das eine Beuteltier dann als zwei. Die Tiere waren einem privaten Halter entkommen. Sie wurden von Stefan Kunisch und seinen Kollegen einfangen und in den Opel Zoo gebracht.

Feuerwehr rettet ein Tier - Katze auf einem Dach

Blindschleiche wird zur gefährlichen Schlange

Im Sommer kommt es häufiger vor, dass die Feuerwehr wegen Schlangen gerufen wird. Oft stellt sich dann heraus, dass es sich dabei um eine harmlose Blindschleiche handelt. Die Menschen kennen die Tiere nicht mehr so gut. Grundsätzlich ist es so, dass die Feuerwehr den Anrufen zu Tieren in Not nachgeht.

Allerdings wird ein Anruf bei der 112 schon genauer geprüft, bevor wirklich mit großem Gerät angerückt wird. Nach den Kosten wird erst später geschaut. Der Einsatz ist im Prinzip kostenlos. Wenn allerdings spezielle Maschinen und Werkzeuge, beispielsweise ein Bagger oder eine besondere Bohrmaschine, eingesetzt werden, kommen die Kosten auf den Tierbesitzer zu.

Feuerwehr rettet ein Tier - Eichhörnchen in einem Kanaldeckel

Training mit Dummys

Die Rettung von Tieren wird auch besonders geübt. Dafür gibt es spezielle Dummys von Pferden und Kühen aus Plastik. Bei solchen Übungen lernen die Brandschützer, mit welchen Mittel sie das Tier beruhigen und bergen können. Auch, um sich nicht selbst zu gefährden.