Gerald Klamer

Gerald Klamer war Forstbeamter und liebt den Wald. Dafür hat er jetzt seinen Job aufgegeben, um auf einer Wanderung durch die deutschen Wälder auf deren Lage aufmerksam zu machen. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Ab dem 26. Februar hat Gerald Klamer viel vor sich, genauer gesagt 6.000 Kilometer. Den der ehemalige Forstbeamte will seine "Waldbegeisterung" ausleben und auf einer Wanderung alle großen Waldgebiete Deutschlands besuchen. Sein Augenmerk gilt dabei auch darauf, auf den teilweise kritischen Zustand der Wälder aufmerksam zu machen.

Der Klimawandel setzt den Wäldern zu. Die Sommer werden trockener, die Winter weniger nass und starke Stürme lassen die Bäume umknicken und entwurzeln. Für die Wälder sind das keine einfachen Bedingungen. Dazu kommen dann noch Schädlinge wie der Borkenkäfer.

Acht Monate unterwegs

Für die Wanderung rechnet Gerald Klamer mit einer Dauer von acht Monaten. Die Strecke von 6.000 Kilometern kommt deshalb zustande, weil er alle Bundesländer und alle großen Wald- und Naturschutzgebiete erwandern möchte. Dafür hat er nicht nur seinen Job als Förster aufgegeben, er hat auch sein Auto verkauft und seine Wohnung gekündigt. Das hat ihm zwar durchaus schlaflose Nächte bereitet, aber jetzt hat er ein gutes Gefühl, dass es die richtige Entscheidung ist.

Nach der Wanderung will er die Erlebnisse in einem Buch aufarbeiten und Vorträge vorbereiten. Dann hat er auch wieder ein Dach über dem Kopf und steht nicht auf der Straße. Während der Tour wird er meist im Freien schlafen.

Die Menschen können ihm "folgen"

Gerald Klamer hat eine Leidenschaft für den Wald und das Waldwandern. Deshalb lautet der Name des Projekts auch treffend "Waldbegeisterung". Unter diesem Stichwort kann man ihm in den sozialen Netzwerken folgen. In seinem Blog "Waldbegeisterung", auf facebook und bei Instragram (dort heißt seine Seite "waldbegeistert") nimmt er alle Interessierte mit auf die Reise. Die Freude darauf ist bei ihm riesengroß.

Natürlich ist der Marburger froh, dass die Temperaturen höher sind, als sie es vor zwei Wochen waren. Doch was ihn neben seiner Leidenschaft noch antreibt, ist, dass er jetzt die Natur live beim Übergang vom Winter in den Frühling erlebt. Wie die Wälder sich langsam wieder verfärben und neues Leben in die Natur kommt.

Im November wieder zurück

Von Marburg geht es am Freitag nach dem Frühstück zuerst nach Westen. Der westlichste Punkt, den Gerald Klamer streift, ist die Eifel. Dann wendet er sich nach Süden und wandert bis zu den Alpen. Von Garmisch-Partenkirchen führt die Tour anschließend wieder nach Norden und Osten. Das Elbsandsteingebirge soll der östlichste Punkt und die Insel Rügen der nördlichste sein.

Mitte November will er dann wieder zurück in Marburg sein und möglichst viele Menschen für das Thema Wald begeistert haben.

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