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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Studentin erfindet nachhaltige Zahnbürste aus Keramik

Keramik-Zahnbürste

Zahnbürsten sollen regelmäßig ausgetauscht werden. Bei den klassischen aus Kunststoff entsteht dabei eine Menge Plastikmüll. Mit einer Erfindung von Lisa-Maria Schmidt lässt sich der Abfall deutlich reduzieren.

So unscheinbar sie scheinen, so viel Müll machen sie doch: Zahnbürsten. Über 200 Millionen landen jährlich in der Tonne. Diese Menge hat jetzt die Kasseler Studentin Lisa-Maria Schmidt den Kampf angesagt. Sie ersetzt einfach den Griff, der den Großteil der Bürste ausmacht, durch einen aus Keramik. Damit lassen sich 60 bis 70 Prozent an Müll pro Zahnbürste einsparen.

Es immer nur das Bürstenelement ausgetauscht und im Gelben Sack entsorgt werden. Das besteht noch aus Kunststoff und wird über ein Klicksystem auf den Keramikgriff gesteckt. Das ist gegenüber Bambus-Zahnbürsten für das Recycling von Vorteil. Denn bei der Bambusbürste müssen die Kunststoffborsten erst aus dem Bambusschaft gerissen werden, um in den Recycling-Kreislauf zu gelangen, oder sie landet gleich im Restmüll und wird verbrannt. Für Lisa-Maria Schmidt ist das nicht nachhaltig.

Keramik-Zahnbürste

Den Keramikgriff kann man gelegentlich in der Spülmaschine oder mit der Hand waschen und entkeimen. Auch das ist ein Vorteil gegenüber Modellen aus Bambus. Das Holz kann mit der Zeit anfangen zu schimmeln.

Technisches Keramik als Werkstoff

Klassisches Keramik, das weiß man, wenn man Geschirr mal fallen lässt, ist nicht sehr stabil. Deshalb ist der Griff auch aus technischem Keramik gefertigt. Technisches Keramik wir für den jeweiligen Einsatz optimiert. Einige haben vielleicht Messer mit Keramikschneiden in der Schublade. Diese sind nicht nur scharf, sondern auch sehr bruchfest. Auch Bremsscheiben für Sportwagen oder werden aus entsprechend optimiertem Keramik hergestellt.

Die Idee zu ihrer Zahnbürste, die es auch bald zu kaufen geben soll, kam Lisa-Maria Schmidt - beim Zähneputzen! Anlass war eine Aufgabe an der Uni, bei der es um "Keramik to go" ging. Während die anderen angehenden Produktdesigner*innen sich auf klassische Einsatzgebiete wie Kaffeebecher stürzten, entschied sich Lisa-Maria Schmidt für einen bisher nicht beachteten Alltagsgegenstand.

Mit zwei namhaften Firmen arbeitet sie gerade an der Umsetzung. Die Zahnbürste soll für einen Preis unter 15 Euro in den Handel kommen.

Sendung: hr4, hr4 am Nachmittag, 13.07.2020, 14:00 Uhr

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