Der Igel Mecki trägt einen Korb.

Die witzige Geschichte, in der die ungleichen Tiere Hase und Igel in einem Wettkampf gegeneinander laufen, kennen viele. Aus diesem Märchen ist dann Anfang des 20. Jahrhunderts die Idee einer Figur entstanden, deren Abenteuer Woche für Woche Millionen Kinder verfolgt haben - die Abenteuer des Igels Mecki.

Vor 70 Jahren ist Mecki das erste Mal als Printheld in Erscheinung getreten: auf der Titelseite der Rundfunkzeitschrift Hörzu. Seitdem liefen seine Abenteuer regelmäßig in den Ausgaben. In den 50ern wurde aus dem Markenzeichen von Hörzu für viele Kinder ein echter Held. Er war quasi eine Alternative zur US-amerikanischen "Micky Mouse".

Der Erfolg des kleinen Igels

Nachdem gut 100 Jahre nach den frühen Illustrationen der Hase- und Igel-Geschichte 1843 Steiff die erste Mecki-Puppe auf den Markt gebracht hatte und Hörzu die Abenteuer des Igels herausbrachte, ging die Erfolgsgeschichte los. Millionen Kinder sind mit ihm groß geworden - auch wegen der Bücher, die aus der Hörzu-Serie entstanden. Sie erschienen ab 1952 in Querformat und buntem Stil. Ein Jahr zuvor im März 1951 ist das erste Muster der vermenschlichten Igelfamilie erschienen und zum Vorbild vieler Mecki-Versionen geworden.

Der Igel Mecki auf seinem ersten Buch "Schlaraffenland"

Der Erfolg der Figur ließ sich auch daran messen, dass bereits kurz nach Erscheinen des Originals verschiedene Mecki-Puppen nachgemacht worden sind. Die Qualität der Kopien kam aber nie an die der Originale ran. Dafür waren diese aber auch um einiges teurer. 1951 kostete ein echter Mecki schon 14,50 Mark. Und das war in der Nachkriegszeit bei Weitem nicht billig.

Mit den Jahren ist der Kaufpreis gestiegen und die originale Mecki-Puppe der ersten Generation ist selten. Heute haben wohl nur noch Liebhaber einen solchen Igel. Mecki war nach dem Teddy wohl die beliebteste Tierpuppe.

Mecki hält ein Heft der Rundfunkzeitschrift Hörzu in den Händen

Merkmale des Helden

Seinen Namen hat die Figur vom ehemaligen Chefredakteur der Hörzu, Eduard Rhein, erhalten. Im Einvernehmen von Steiff und Hörzu ist das abgesprochen gewesen. Mit seinem Kopf hatte die Igel-Puppe im ersten Jahr Schwierigkeiten, denn der war aus Latex gegossen. Die Folge: er alterte schnell, verschrumpelte, ist heute aber sehr selten. Nach der Produktion aus Latex folgte Gummi als Material. Damit war dann vom Alterungsprozess nichts mehr zu sehen.

Meckis der früheren Generation trugen am rechten Arm ein Stoffband mit den eingestrickten Wörtern: "Made in US". Ein Zeichen, dass die USA ihre Besatzungszeit in Deutschland noch nicht beendet hatte.

Mecki mit seiner Familie: seine Frau Micki und seine Kinder Macki und Mucki

Der kleine Igel bekam 1952 und 1953 eine Familie: zuerst seine Frau Micki, anschließend kamen seine Kinder Macki und Mucki dazu. Die Frisur von der ersten Generation von Mecki weicht von der seiner Frau ab und von den neueren Versionen der Figur. Der berühmte "Igelschnitt" war auf jedem der frühen Meckis zu finden. Damals ließen sich auch viele männliche Jugendliche oder junge Erwachsene einen solchen "Igelputz" schneiden. Der Ur-Vater der Mecki-Frisur, der kleine Igel selbst, wäre stolz, wenn er wüsste, dass er der Namensgeber der Frisur ist.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 14.10.2019, 06:00 Uhr

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