Siebenschläfer - sieben schlafende Babys

Zahlreiche Bauernregeln besagen, dass das Wetter in den nächsten sieben Wochen so wird, wie es am 27. Juni, am Siebenschläfer-Tag, ist. Dieser Tag hat allerdings nichts mit dem possierlichen Nagetier zu tun.

Wissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass es tatsächlich eine Auswirkung auf das Wetter gibt. In Süddeutschland trifft dieses Phänomen, so die Statistik, zu 60 bis 70 Prozent zu. Allerdings ist nicht das konkrete Wetter am 27. Juni ausschlaggebend, sondern die Situation um den Tag herum. Die Großwetterlage in unseren Breiten stabilisiert sich in der Regel sehr häufig nach der ersten Juli-Woche für einige Zeit. Und da der Siebenschläfer-Tag ein markantes Datum war, wurde daraus die Bauernregel.

Der Siebenschläfer

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wissenswertes rund um Siebenschläfer

Siebenschläfer in einer Dachrinne
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Der Siebenschläfer ist ein kleines Nagetier, entfernt mit dem Eichhörnchen verwandt. Es hat Ähnlichkeiten mit einer Maus, aber einen längeren und buschigeren Schwanz. Sein Gewicht liegt zwischen 80 und 180 Gramm. Erwachsene Tiere können bis zu 30 cm lang werden, vom Kopf bis zur Schwanzspitze gemessen. Der buschige Schwanz, der an ein Eichhörnchen erinnert, hat in etwa die Länge des Rumpfes.

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Seinen Namen hat der kleine Nager durch seine lange Winterpause bekommen, aber so ganz stimmt das nicht. Zwischen Anfang September und Ende April/Anfang Mai verschläft der Siebenschläfer die Zeit, also mehr als sieben Monate.

Die "echten" Siebenschläfer

Die sieben Schläfer von Ephesus

Der Siebenschläfer-Tag ist ein Gedenktag für sieben christliche Märtyrer. Mitte des dritten Jahrhunderts ließ der römische Kaiser Decius Christen verfolgen. Sieben junge Männer flohen in eine Berghöhle bei Ephesus (türkische Ägäis), wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Doch sie starben nicht, sie schliefen - bis zum 27. Juni 446. An diesem Tag wurden sie entdeckt und erwachten. Sie bekannten sich zur Auferstehung und starben dann aber doch.

Diese Legende wurde im 6. Jahrhundert erstmals von Gregor von Tours erwähnt. Es finden sich aber auch Hinweise in syrischen und griechischen Schriftstücken sowie im Islam.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 27.06.2019, 06:00 Uhr

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