Gänse am Futtertrog

Am Tag des Heiligen Martin wird traditionell Gans gegessen. Doch warum Gans? Woher kommt die Verbindung? Es hängt mit der Geschichte zusammen.

Dipl.-Ing. agr. Arne Bodenbender vom Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Uni Gießen kennt den Hintergrund, warum an St. Martin traditionell Gänse auf den Tisch kommen. Gänse waren im Mittelalter ein Zahlungsmittel. Das Federvieh war ein weitverbreitetes Haustier, und da witterungsbedingt im November die Nahrungsgrundlage für die Gänse wegfiel, wurden sie geschlachtet und damit unter anderem Abgaben für den Grundherrn beglichen. Es wurde also Gans gegessen.

Gänse verraten Martin

Der Legende nach sollte Martin, er wurde um 316 geboren, im Jahr 372 Bischof von Tours werden, aber er wollte nicht. Deshalb versteckte er sich im Stall, doch die Gänse verrieten ihn durch ihr Schnattern. Er wurde gefunden und am 4. Juli 372 doch zum Bischof geweiht. Er starb am 8. November 397 auf einer Reise und wurde unter großer Anteilnahme am 11. November in Tours beerdigt. Ihm zu Ehren gab es Gänsebraten. Daher die Tradion des Gänseessens am St.-Martins-Tag.

Heute bei Gänsen auf Herkunft achten

Arne Bodenbender weiß, was bei der Zucht von Gänsen wichtig ist: "Für ein gutes Leben braucht eine Gans viel Wasser, eine gute Weide, Bewegung, nachts einen sauberen Stall und eine bedarfsgerechte Fütterung mit viel Wärme in der Aufzuchtphase." Die meisten Gänse aus der Tiefkühltruhe kommen heute aus Osteuropa. Allerdings werden sie dort meist nicht annähernd artgerecht gehalten. Auch ist dort der Lebendrupf, das Ausreißen der Federn am lebendigen Tier, erlaubt um damit auch noch Geld zu machen.

Deshalb sollte man beim Kauf auf die Qualität und weniger auf den Preis achten. Eine Gans von 4,5 bis 5 Kilo reicht für sechs Personen.

Sendung: hr4, hr4 - am Morgen, 06:05 Uhr, 11.11.2018

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