Frank Zander im Studio

Moderator, Schauspieler, Musiker und gelernter Grafiker: Frank Zander ist vielseitig. Nicht nur im Showbusiness, auch beim Erfinden und Eröffnen findet sich der Sänger wieder. Wie sein Markenzeichen zustande kam und welchen Wunsch er nie erfüllt bekommen hat, erzählt Frank Zander unserem Moderator Jens Schulenburg.

In seinem neuen Album „Urgestein“ ist wieder viel von dem Frank Zander drin, den die meisten kennen. Kokolores, schwarzer Humor, das liebt er immer noch. Er kann aber auch nachdenklich, ernsthaft und gefühlvoll und vor allem politisch. In seinem Song „Muss es erst so richtig weh tun“ gibt er sein persönliches Statement ab. Um etwas zu verändern, muss es erst richtig schmerzen, denn erst dann gelingt eine Veränderung, beispielsweise in Sachen Klima. Das läge in der menschlichen Natur, meint Zander.

hr4-Moderator Jens Schulenburg und Frank Zander halten im Studio das neue Album "Urgestein" als Schalplatte hoch

Lieber Vinyl als Stick

„Zurück in die Zukunft“ nennt Zander es und spielt damit auf den Trend an, dass Schallplatten wieder beliebter werden. Für ihn ist es toll, den Arm vom Plattenspieler zu beobachten, wie er langsam auf die Schallplatte runterfährt und das Knacken zu hören, bevor die Musik losgeht. Daher der Wunsch, sein Album auch als Vinyl-Scheibe herauszubringen.

Von Musik auf USB-Sticks hält er nicht so viel. „Der is` so groß wie`n Daumennagel. Mit 64 Gigabyte, wo ich sage, ey, det is alles in so`nem klenen Ding…?“ Dass es aber auch viel Arbeit ist, die Musik als Vinyl herauszubringen, streitet Frank Zander nicht ab. Und gerade sein Sohn muss es wissen. Der ist Musikverleger für seinen Vater und "bedankt" sich für die extra Arbeit – macht es aber natürlich gerne. 

Auch seine Frau ist mittendrin im Familienunternehmen Zander. Sie ist seine Managerin und dafür ist er sehr dankbar. Generell hält Frank Zander viel von Familie im Geschäft.

Frank Zander spricht über seine Karriere am Mikro im Studio von hr4

Weihnachten für Obdachlose

Neben der Familie ist für Frank Zander eine Sache auch besonders wichtig: seine Veranstaltung „Weihnachten mit Frank Zander“. Ein Fest für Obdachlose und Bedürftige, dass er dieses Jahr bereits zum 25. Mal austrägt. Es gibt Essen, eine Show mit Auftritten von Stars und Geschenke wie Kleidung, Schlafsäcken und mehr. Es ist aber eine andere Veranstaltung, meint Frank Zander. Es riecht nach Schweiß und Tränen, nicht nach Parfum wie bei der "Goldenen Henne" oder beim "Bambi", so der Sänger. Eine andere Veranstaltung, eine Veranstaltung für diejenigen, die nichts oder nicht viel haben und nicht teilhaben können an anderen glamourösen Events.

Currywurstsoßenerfinder ohne Goldene Henne

Frank Zander kann in seinem Leben auf eine Vielzahl von Erfahrungen zurückblicken. Als gelernter Grafiker ist er mittlerweile neben Maler noch Moderator, Schauspieler, Musiker und Urgestein. Das Urgestein ist „in Stein gemeißelt“ und darauf ist der Sänger stolz, weil er viel für Berlin gemacht hat. Unter anderem ist da die Hymne von Hertha BSC, die er gesungen hat und jedes Mal noch Gänsehaut bekommt, wenn er die 25.000 Menschen in der Ostkurve singen hört.

Frank Zander ist aber auch noch Gastgeber. Oder wie er sagt – Kiezkneipenbewahrer. Vor vielen Jahren hat er aus Nachbars Küche eine Kneipe gebaut und mit Freunden alles reingepackt, was so angeschleppt worden ist. Dadurch entstand eine angenehme Atmosphäre und Redakteure und Musiker können in Ruhe quatschen und planen.

Frank Zander steht im hr4 Studio hinter der Technik

Neben den ganzen Bezeichnungen und Berufen ist Frank Zander aber in einem weiteren Punkt un- und außergewöhnlich. Der Mann ist nämlich Currywurstsoßenerfinder. Und wieso ist er das? Weil ein guter Freund von ihm eine Currywurstbude besitzt und ihn gefragt hat, ob er nicht seinen Namen für die Bude hergeben kann. Kurzerhand haben die beiden an einer Soße rumgebastelt. Jetzt wird die Bude im Bekanntenkreis „die Bude von Zander“ genannt und Frank hat seine eigene Currywurstsoße.

hr4 Moderator Jens Schulenburg am Mikrofon im Studio

Was der Erfinder aber noch nicht hat und ihn immer wieder gekratzt hat, ist die Tatsache, dass er keine Goldene Henne besitzt. Unzählige Preise, Platten in allen Farben und das Bundesverdienstkreuz kann er sein nennen. Aber genau dieser Preis zählt nicht dazu. „Die flatterte ewig an mir vorbei, ich wollte sie schon mal irgendwann einfangen, aber sie wollte nicht. Jetzt will ich sie auch nicht mehr.“

Wie sein Markenzeichen entstand

In jungen Jahren war es für Frank Zander kein Problem, die Oberstimme in Songs beispielsweise der Beach Boys zu singen. „Round, round get around, i get around“ war kein Problem. Um 1 Uhr nachts angefangen, Gigs zu spielen, aufzutreten und anschließend zu trinken – auch kein Problem. Dann kam eine Mandelentzündung auf einer Tournee dazwischen. Und es war vorbei mit der Oberstimme. Frank Zanders Markenzeichen, seine raue Stimme, war geboren. Die Stimme blieb so, wie sie jetzt noch ist und der Anstoß für eine gewisse Karriere wurde gegeben. „Hätte ich jetzt ne sanftweiche Stimme, det wäre doch furchtbar“. Wo Zander Recht hat, hat Zander recht…

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 12.10.2019, 14:00 Uhr

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