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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Was Backpulver noch alles kann

Backpulver

Egal ob die Waschmaschine oder der Ofen gereinigt werden soll oder ob man unangenehme Gerüche aus Schuhen und Taschen entfernen will - für all das braucht man keine Chemie, sondern nur ein Hausmittel: Backpulver. Damit kann man mehr machen, als nur Kuchen backen.

Was ist in Backpulver eigentlich drin?

Erfunden wurde das Backpulver bereits um 1850. Den Weg in den Haushalt fand es aber erst 50 Jahre später, als August Oetker begann, das Pulver in kleine Tüten zu verpacken und so zu verkaufen.

Hauptbestandteile im Backpulver ist eine CO2-Quelle wie Natriumhydrogencarbonat (Natron) oder Kaliumhydrogencarbonat. Das Natriumhydrogencarbonat ist ein Natriumcarbonat der Kohlensäuren und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Weitere Bestandteile des Backpulvers sind Säuerungsmittel, wie Weinsäure oder andere Säuren, und ein Trennmittel. Als Trennmittel wird Mais-, Weizen- oder Tapiokastärke verwendet.

Die Stärke sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit gebunden wird und so eine vorzeitige CO2-Entwicklung verhindert wird. Erst mit Wärme und Feuchtigkeit reagieren die Stoffe im Backpulver miteinander und Kohlendioxid wird freigesetzt. So wird der Kuchenteig locker und geht auf.

Wo ist der Unterschied zwischen Backpulver und Natron?

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein natürliches Salz. Im Handel wird es unter den Bezeichnungen Backsoda, Speisenatron oder Speisesoda verkauft. Natron wird hauptsächlich zur Herstellung von Backpulver oder Brausepulver verwendet. Nicht nur im Haushalt ist Natron an viele Stellen einsetzbar, es wird auch in der Medizin, in der Landwirtschaft und sogar in der Luftfahrttechnik verwendet.

Natron funktioniert als Treibmittel nur in Verbindung mit einer Säure, wie Joghurt, Essig oder Zitronensäure. Backpulver besteht zum großen Teil aus Natron. Der Unterschied: Backpulver ist bereits mit einer Säure versetzt und wird in erster Linie als Backtriebmittel verwendet. Backpulver ist aber nicht nur gut um Kuchen besonders fluffig zu machen, auch im Haushalt ist Backpulver vielseitig einsetzbar.

Backpulver im Badezimmer

Mit der Zeit bilden sich Ablagerungen in der Toilette, die mit Backpulver entfernt werden können. Bestreuen Sie die betroffenen Stellen mit dem Pulver und lassen sie es einige Zeit einwirken. Dann einmal spülen und Rückstände mit der Klobürste entfernen.

Auch vergilbte Fliesen werden mit Backpulver wieder glänzen. Mischen Sie das Backpulver im 3:1 Verhältnis mit Zahnpasta. Das Gemisch auf die Fugen auftragen, etwa eine Stunde einwirken lassen und mit einem feuchten Lappen abwischen.

Kalk in der Waschmaschine lässt sich ebenfalls mit Backpulver behandeln. Mischen Sie Wasser mit Backpulver und gegen Sie es direkt in die Trommel oder in das Waschmittelfach und lassen die Waschmaschine auf 90 Grad laufen.

Ist der Abfluss verstopft, kann dieser auch mit Backpulver wieder frei gemacht werden. Schütten Sie ein Gemisch aus einer halben Tasse Backpulver und einer halben Tasse Essig in den Ausfluss und decken ihn mit einem Handtuch ab. Nach 10 Minuten kochendes Wasser (Vorsicht!) in den Abfluss kippen und die Verstopfung sollte beseitigt sein.

Backpulver in der Küche

Essensreste und andere Ablagerungen im Backofen können mit Backpulver gelöst werden. Mischen Sie Backpulver mit Wasser zu einer Paste und tragen Sie es auf die Verkrustungen im Backofen auf. Nach einiger Zeit mit einem Tuch die getrocknete Paste abwischen und der Ofen glänzt wie neu.

Ähnlich kann auch das Ceranfeld gereinigt werden: Einfach zwei Teelöffel Backpulver mit 100 ml Wasser mischen und auf die Herdplatte auftragen, eine Stunde einwirken lassen und anschließend mit einem trockenen Tuch abwischen. Der Grillrost kann genauso gereinigt werden: Tragen Sie die Paste auf dem Rost auf und warten Sie, bis sie getrocknet ist. Dann einfach abwischen. Um alle Rückstände loszuwerden, halten sie den Rost für 15 Minuten über die Glut.

Angelaufenes Silber kann mit Backpulver zum Glänzen gebracht werden. Eine Paste aus Backpulver und Wasser anmischen und auf das Silber auftragen. Nach einer Einwirkzeit mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Achtung! Backpulver kann das Silber abschleifen – daher sollte es nur auf robusten Materialien verwendet werden.

Angebrannte Reste im Topf? Kein Problem! Heißes Wasser den Topf geben und dann Backpulver dazu. Einwirken lassen, oder noch besser, kurz aufkochen, und die feste braune Kruste löst sich ohne jede Chemie.

Backpulver gegen schlechte Gerüche

Backpulver vertreibt auch unangenehme Gerüche wie von saurer Milch, Zwiebeln oder Fleisch. Geben Sie dafür zwei bis drei Teelöffel Backpulver mit ins Spülwasser. Riechen Holzbretter oder Holzbesteck besonders streng, Backpulver aufstreuen, einwirken lassen und im Backpulver- Spülwasser abwaschen.

Gerüche im Kühlschrank lassen sich auch mit Backpulver neutralisieren. 50 Gramm Backpulver auf eine Untertasse geben und über Nacht im Kühlschrank stehen lassen. Nach Bedarf kann der Vorgang wiederholt werden. Wenn die Trinkflasche oder die Thermoskanne müffelt, geben Sie ein zwei bis drei Teelöffel Backpulver und heißes Wasser in die Flasche. Für eine Stunde einwirken lassen und dann gut ausspülen.

Wenn Schuhe im Wanderurlaub oder nach einem langen Tag im Büro unangenehm riechen, kann der Geruch mit Backpulver vertrieben werden. Verteilen Sie das Backpulver großzügig in den Schuhen und lassen Sie es über Nacht einwirken. Am nächsten Tag das Backpulver herausschütteln. Letzte Reste können mit dem Staubsauger raus gesaugt werden. Das Gleiche funktioniert mit Sporttaschen oder Koffern. Für einen besonders frischen Duft: Fügen Sie, je nach Vorliebe, ein Stück Zitronenschale oder eine Stange Zimt hinzu.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 29.08.2019, 10:00 Uhr

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