Wohnmobile auf einem Stellplatz in Norwegen
Urlaub mit dem Wohnmobil liegt voll im Trend: Die Zulassungen stieg im vergangenen Jahr um 25 Prozent. Bild © picture-alliance/dpa

Freiheit, Unabhängigkeit und vielleicht auch ein bisschen Abenteuer? Das bietet ein Urlaub mit dem Wohnmobil. Denn mit so einem fahrbaren Ferienhaus kann man Urlaub machen wo und wann man will. Wir haben Tipps rund um das mobile Reisen.

Mit einem Wohnmobil ist man frei und ungebunden – und muss noch nicht einmal mehr auf den Campingplatz. Auf ausgewiesenen Stellplätzen kann man übernachten und im Vergleich zum Campingplatz eine Menge Geld sparen. Zugegeben, viele Stellplätze bieten meist weniger Komfort als ein Campingplatz, aber wer eher rastlos ist und gerne viel von der Welt sieht, für den ist das Reisen so eine echte Alternative.

Stellplatzführer – wozu?

In einem Stellplatzführer findet man alle Infos zu den unterschiedlichen Stellplätzen und kann vorher schauen, was der Platz bietet. So kann man sich den Platz aussuchen, den man braucht und will. Denn Wohnmobilstellplätze gibt es in verschiedenen Ausführungen. Das beginnt bei einem kleinen Parkplatz neben einer befahrenen Straße bis hin zum sogenannten Wohnmobilhafen direkt am See oder Meer mit Brötchenservice, sanitären Anlagen, Strom- und Wasserversorgung.

Der ADAC-Stellplatzführer: Umfangreicher Überblick und Straßenkarten

In dem Wohnmobil-Stellplatzführer des ADAC sind mehr als 5.750 getestete Plätze in 37 europäischen Ländern aufgelistet. Der 1.440-Seiten starke Stellplatzführer ist sehr umfangreich. Teilweise mit Fotos von den Plätzen und – ganz wichtig: Mit GPS Daten.

Für den guten Überblick gibt es Straßenkarten, jeweils von Nord- und Südeuropa. Und da sind die Stellplätze eingezeichnet. Hier sieht man auf einen Blick, wo Stellplätze angesteuert werden können und was sie bieten. Ein roter Kreis bedeutet: Stellplatz ohne Entsorgung, ein blauer Kreis mit Entsorgung. Dort kann man also Wasser zapfen, das Abwasser und den Toiletteninhalt entsorgen.

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ADAC-Stellplätze auf dem Smartphone

Der ADAC-Stellplatzführer für Deutschland und Europa kostet 22,80 Euro und ist über den Automobilclub zu bestellen.

Es gibt ihn auch als App für das Smartphone (iOS und Android). Bis zum 16. April 2017 kostet die App 4,99 Euro, danach 8,99 Euro.

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Die Vierecke zeigen Plätze, auf denen auch Caravans stehen dürfen. Und das ist für Wohnwagenfans nicht uninteressant, denn für die meisten Stellplätze gilt: Sie sind in der Regel nur für Wohnmobile. Mit einem Wohnwagen darf man hier nicht stehen. Wer auf das Viereck achtet, kann auch mit dem Wohnwagen günstig Urlaub machen. Denn Stellplätze sind deutlich günstiger, als ein Campingplatz. Das geht bei kostenlosen Plätzen los – gut ausgestattete Plätze an touristisch interessanten Zielen kosten aber gut über 10,- Euro für 24 Stunden – und sind damit aber immer noch günstiger als die Nacht auf dem Campingplatz.

Große Auswahl: "Promobil", "Reisemobil international" oder Reiseverlage

Aber nicht nur der ADAC bietet Stellplatzführer an. Tipps bekommt man auch in einschlägigen Wohnmobilzeitschriften wie "Promobil" oder "Reisemobil international". Die verschiedenen Reiseverlage bieten außerdem Bücher mit Stellplatztouren durch ganz Europa an. Der Nachteil bei allen Verzeichnissen in Buchform: Weil sich das Angebot ständig ändert, muss man sich natürlich - wenn man viel Wert auf ein aktuelles Verzeichnis legt - jedes Jahr ein neues Buch kaufen.

Der ADAC-Stellplatzführer ist auf jeden Fall eine gute Alternative, für die, die gerne aus dem Vollen schöpfen und einen kompletten Überblick brauchen. Nimmt man ihn mit auf große Fahrt, kann man auch unterwegs neue Reisepläne schmieden. Der Nachteil: Nach einem Jahr ist er nicht mehr aktuell.

Fast wie ein Campingplatz: Top-Plätze

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TopPlatz im Internet

Hier finden Sie 111 TopPlätze in sieben Ländern

  • www.top-platz.de
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Wer auch beim Stellplatz-Hopping auf Komfort nicht verzichten möchte, der findet im Angebot von "TopPlatz" sehr gut ausgestattete Stellplätze. Der Zusammenschluss unterschiedlicher Stellplatzbetreiber bietet auf seiner Internetseite und im eigens verlegten Stellplatzführer Plätze in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Italien an. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf deutschen Stellplätzen.

Seit zehn Jahren gibt es den Stellplatzbetreiber-Zusammenschluss TopPlatz. Das selbst entwickelte Gütesiegel mit den Kriterien Lage, Konzeption, Ausstattung, Freizeitwert und Service hat sich mittlerweile bei Wohnmobilfans herumgesprochen und die Plätze erfreuen sich großer Beliebtheit. Erklärtes Ziel der Stellplatzbetreiber ist laut eigenen Angaben die Schaffung "reisemobilgerechter Angebote in attraktiver Lage, mit anspruchsvoller Konzeption und ausgezeichnetem Service durch freundliche Gastgeber".

Alternative: Die Smartphone-App von Promobil

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Die Promobil-App...

... gibt es in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Version (5,49 Euro), jeweils für iOS und für Android. Vorteile der kostenpflichtigen Version (5,49 Euro) sind der Offline-Modus und das Speichern von Favoriten.
Für den "normalen" Gebrauch ist die kostenlose Version allerdings völlig ausreichend.

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Die Smartphone-App hat einen entscheidenden Vorteil: Sie ist immer aktuell. Und natürlich recht handlich. Man kann Stellplätze nach dem aktuellen Standort suchen oder den eigenen Zielort eingeben. Hier findet man dann alle Informationen zum Platz – inklusive Bewertungen anderer Wohnmobilisten. Denen sollte man allerdings nicht blind trauen, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und wenn der Platz meinem Vorgänger nicht gefallen hat, dann kann der ja trotzdem für mich goldrichtig sein.

Wohnmobil mieten

Wer kein Wohnmobil sein Eigen nennt, aber so einen Urlaub gerne mal ausprobieren möchte, der kann sich ein Fahrzeug mieten. Die meisten Händler und verschiedene Verkehrsclubs bieten diesen Service an. Die Vorteile: Sie können ausprobieren, ob Ihnen so ein Urlaub gefällt und welches Fahrzeug am besten zu Ihnen passt. Kleinere, private Vermietungen haben häufig auch eine moderne Fahrzeugflotte und günstige Schnupperangebote.

Die Kosten

Das Mieten eines Wohnmobils muss nicht teuerer als eine gut ausgestattete Ferienwohnung sein - und das Verkehrsmittel bucht man ja gleich mit dazu. Je nach Saison und Größe des Wohnmobils muss man mit cirka 65 bis 135 Euro pro Tag rechnen. Je länger die Mietdauer, desto günstiger die Konditionen.

Zum täglichen Mietpreis kommt eine Servicepauschale (cirka 100 bis 150 Euro) für Gasflaschen, Ausstattung wie Chemikalien für die Toilette, Camping-Grundausstattung und Fahrzeugeinweisung hinzu, außerdem muss eine Kaution hinterlegt werden. Nach dem Urlaub muss das Fahrzeug gereinigt wieder abgegeben werden, sonst kommen weitere Kosten auf den Mieter zu. Die hinterlegte Kaution bekommt man nach der Fahrzeugübergabe zurück.

Unterschiedliche Wohnmobil-Typen

  • Kastenwagen/Reisevan

Wohnmobil
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Kompaktes vollwertiges Reisemobil mit eingeschränktem Platzangebot. Die unterschiedlichen Modelle sind für 2 bis 4 Personen geeignet. Meist mit Festbett im Heck, andere Modelle haben ein einklappbares Hubbett über dem Fahrerhaus oder ganz kompakt: Mit dem Bett unter dem Dach.

  • Teilintegrierte

Wohnmobil
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Basisfahrzeug mit Aufbau, ein kleiner Alkoven bietet Stehhöhe vorne. Die Vordersitze sind in den Wohnraum integriert. Im Heck gibt es ein Festbett, alternativ/zusätzlich ein Hubbett über dem Fahrerhaus. Ab 2 Personen geeignet. Nachteil im Winter: Das Fahrerhaus ist schlechter isoliert - es wird daher im vorderen Bereich recht frisch.

  • Vollintergrierte

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Basisfahrzeug ist komplett umbaut, meist sehr gutes Platzangebot. Heckbett oder Hubbett über dem Fahrerhaus. Ab 2 Personen.

  • Alkovenreisemobile

Wohnmobil
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Basisfahrzeug mit Aufbau UND großem Alkoven über dem Fahrerhaus. Dort befindet sich in der Regel ein großes Doppelbett. Je nach Grundriss kann ein Alkovenmobil von bis zu sechs Personen zum Reisen und Schlafen genutzt werden. Bei einigen Modellen kann man das Fahrerhaus vom restlichen Wohnraum abtrennen, was Vorteile beim Wintercamping hat.

Start in die mobile Saison

Im Frühling startet man erfahrungsgemäß in die nächste Saison. Hierfür sollte man einige Dinge am Fahrzeug kontrollieren:

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  • Die Wasseranlage desinfizieren
  • Die Gasanlage inklusive Reglern und Schläuchen überprüfen
  • Den Füllstand der Gasbehälter prüfen
  • Den Reifendruck prüfen
  • Den Innenraum auf Feuchtigkeitsschäden untersuchen
  • Brems- und Blinklichter auf Funktionsfähigkeit prüfen
  • Steckkontakte überprüfen
  • Bordbatterie kontrollieren
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Zitat
„Ich bin jetzt etwas länger, habe einen ganz anderen Kurvenlauf, einen anderen Bremsweg - man sollte drauf achten und sich daran gewöhnen und dann kann man auch wieder etwas zügiger fahren.“ Zitat von Jan Laucke
Zitat Ende

Das alles gilt auch für Wohnwagenfans. Außerdem sollten Sie dann auch die Bremse des Anhängers kontrollieren und mit ihrem Gespann eine erste Testfahrt machen. So gewöhnen Sie sich wieder an den Anhänger. Denn an das veränderte Fahrgefühl muss man sich einstellen, sagt Jan Laucke, Fachprüfer bei der DEKRA in Kassel.

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