Eiffelturm in Paris
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Croissant, Mireille Mathieu oder die unbeugsamen Gallier: Wir haben 10 lustige und wissenswerte Fakten über unsere Nachbarn und ihr Land gesammelt.

Baguette

Hände brechen ein Baguette auf
Der kräftig-aromatische Geschmack kommt durch die starke Kruste Bild © Colourbox.de

Das knusprige Stangenweißbrot steht wie kein anderes Nahrungsmittel für Frankreich. Der Name 'Baguette' bedeutet Stöckchen oder Stäbchen und wird aus Weizenmehl, Wasser, Kochsalz und Backhefe hergestellt. Und die Franzosen sind, was den Variantenreichtum angeht, durchaus erfinderisch! Neben dem Baguette bekommt man in der Boulangie 'flûte': dünn wie eine Flöte, dafür viel länger als das Baguette, 'pain' – genauso lang wie das Baguette, aber in der Mitte viel dicker, oder 'ficelle' – wie ein Faden, heißt: länger und dünner als ein Baguette.

Mireille Mathieu

ie französische Schlagersängerin Mireille Mathieu bei ihrem Auftritt anlässlich der ZDF-Auftaktsendung zur Glücksspirale 1983 "Start ins Glück"
Schwarzer Pagenkopf und eine glasklare Stimme sind die Markenzeichen von Mireille Mathieu Bild © picture-alliance/dpa

Der schwarze Pagenkopf und ihre glasklare Stimme sind ihre Markenzeichen: Mireille Mathieu. Mit vier Jahren sang sie das erste Mal vor Publikum in einem Gottesdienst, mit 19 Jahren schaffte sie mit ihrem Auftritt in der französischen Fernsehsendung "Télé Dimanche" den Durchbruch und wurde über Nacht zum Star. Es folgte ihre erste Single "Mon Credo" im Jahr 1966. Drei Jahre mit "Hinter den Kulissen von Paris" die erste Single auf Deutsch. In den 1970er Jahren gehört Mireille Mathieu zu den ganz großen Stars in Deutschland.

1973 landet sie mit "La Paloma Ade" ihren ersten Nummer Eins Hit in Deutschland. Unvergessen ist das Duett "Goodbye my love" mit dem großen Entertainer Peter Alexander. Das Publikum liebt Mireille Mathieu auch heute noch für ihre Authenzität. Die nur 1,53 Meter große Französin singt auf mehreren Sprachen und das macht sie aus, das ist der Schlüssel zu ihrem Erfolg. "Der Spatz von Avignon" - wie Mireille Mathieu in Deutschland genannt wurde hütet sie ihr Privatleben wie ein kostbares Geheimnis.

Petit déjeuner - Croissant mit Café au lait

Ein typisch französisches Frühstück besteht aus einem Café au lait und einem Croissant. Der Café wird in einem 'bol', einem großen Becher, serviert und besteht zur einen Hälfte aus heißer Milch und zu anderen Hälfte aus Kaffee. Dazu gibt es das Gebäck aus schwach gesüßtem, eihaltigem Blätterteig. Der Name 'Croissant' kommt vom französischen 'croissant (de lune)' und bedeutet "zunehmende Mondsichel". Bei den Croissants gibt es übrigens Unterschiede: Das normale Croissant wird mit Margarine gebacken, das 'croissant au beurre' mit Butter.

Asterix und Obelix

Asterix und Obelix in Amerika - die beiden paddeln in einem Kanu, Miraculix und Idefix sind mit an Bord
Asterix, Obelix und Miraculix sowie Hund Idefix auf großer Fahrt. Bild © picture-alliance/dpa

Die Comics um die beiden Gallier sind Weltbestseller: 350 Millionen Exemplare sind weltweit erschienen. Damit hatten die beiden Erfinder René Goscinny und Albert Uderzo 1961 nicht gerechnet: "Asterix der Gallier" hatte einen Auflage von nur 6.000 Exemplaren. Heute werden die Asterix-Comics sogar in Schulen gelesen, in den Fächern Französisch, Latein und Altgriechisch.

Die einzelnen Asterix-Charaktere haben je nach Land auch andere Namen. Zum Beispiel in Groß-Britannien: Dort wird aus dem Hund Idefix Dogmatix, der alte Methusalix heißt Geriatrix und Barde Troubadix wird Cacofonix genannt. Der Fischhändler Verleihnix hört auf den unschönen Namen Unhygienix. Die Franzosen sind übrigens sehr stolz auf ihre Comic-Helden: Nördlich von Paris wurde 1989 der "Parc Astérix" eröffnet – ein Freizeitpark, der den unbeugsamen Galliern huldigt.

Louis de Funes

Louis de Funes
Der Schauspieler mit der speziellen Mimik sorgte für viele Lacher. Bild © Pixabay

Schon als Kind fiel Louis de Funès durch Streiche und Missgeschicke auf. Das setzte sich im Studium (Knallfroschattacken in Pulten und Laboren, bis sie eines Tages nicht nur knallten, sondern lichterloh brannten) und in Aushilfsjobs (brachte als Schaufenster-Dekorateur eine Pyramide aus Eau-de-Cologne-Flaschen zum Einstürzen) fort. Mit 45 kam dann der Durchbruch auf der Leinwand: Voller Leidenschaft spielte er den Seifenfabrikanten Bertrand Barnier im Theaterstück "Oscar" von Claude Magnier. Der ganz große Erfolg kam schneller als gedacht: Er drehte mehr als 30 Filme in 20 Jahren, schrieb Drehbücher und begeisterte sein Publikum als Improvisationsgenie. 1983 starb der cholerische Komiker – und hinterließ ein filmisches Vermächtnis. Auch heute noch erinnern wir uns gerne an "Der Gendarm von Saint Tropez", "Fantomas" oder "Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe".

Der 2CV - oder die Ente

2 CV - Ente
Französischer Kult auf vier Rädern. Bild © Pixabay

Der Kleine von Citroën ist ein wahrer Schatz: Der 2CV ist in Deutschland eher als "Ente" bekannt und hat viele Fans. Die erste Ente wurde 1948 zur Eröffnung des 35. Pariser Autosalons gebaut und konnte ab 1949 gekauft werden. Der kleine Wagen eroberte sofort die Herzen der Franzosen und entwickelte sich zum Kultobjekt. Am 27. Juli 1990 wurde der letzte Citroën 2CV in Portugal gefertigt. Insgesamt wurden über fünf Millionen Enten gebaut. Der 2CV gehört übrigens heute zu den nationalen Symbolen Frankreichs.

Champagner

Der teure Schaumwein wird nach streng festgelegten Regeln produziert und gilt als das Festlichste aller Getränke. Der Verkaufsrekord von 327 Millionen Flaschen wurden zum Jahreswechsel 1999/2000 erreicht. Die Flaschengrößen beim Champagner reichen von einer Piccolo mit 0,2 Litern bis zu einer 30-Liter Magnum-Flasche, dem 'Melchisedech'. Marilyn Monroe soll übrigens ein Vollbad in einer Wanne mit Champagner aus 350 Flaschen genommen haben.

Crêpes

Crêpes
Gusseiserne Platte und feine Verteilkunst mittels Schaber: Crêpes Bild © Colourbox.de

Die beliebten Pfannkuchen aus der Bretagne dürfen mittlerweile auf keinem hessischen Weihnachtsmarkt oder Straßenfest fehlen. Sie sind hauchfein, leicht süß und mit den unterschiedlichsten 'Toppings' - also Belägen - erhältlich. Vom klassischen Zimt und Zucker bis zur ausgefallenen Version mit Spekulatiuscreme – der Crêpes ist schon längst eingebürgert. Er wird auf runden gusseisernen Platten gebacken, mit einem langen Schaber kunstvoll gewendet und gefaltet. In der Bretagne heißen die herzhaften Varianten aus Buchweizen übrigens 'Galettes'.

Camembert

Ein frisch angeschnittenet Camembert liegt auf einem Käsebrett
Feiner Pelz: Camembert Bild © Colourbox.de

Dieser entzückende Weißschimmelkäse! Außen fein pelzig und innen so unendlich cremig! Der weiße Rohmilchkäse ist typisch französisch, seit 1890 wird er in den weit verbreiteten kleinen, süßen Spanschachteln verpackt. Drei Wochen dauert es, bis ein Camembert fertig gereift ist. Übrigens hat es der Camembert in sich: Neben seinem hohen Vitamin B12-Gehalt ist der Käse auch reich an Biotin und Pantothensäure.

TGV (train à grande vitesse)

TGV unterwegs
Bild © Pixabay

Schon 1955 galt Frankreich als das Land der schnellen Züge – mit 331 km/h stellte ein Zug einen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge auf. 1981 weihte Staatspräsident François Mitterrand die erste Schnellstrecke ein, der TGV etablierte sich in Frankreich als Reiseverkehrsmittel. Heute befördert er mit bis zu 320 km/h die Passagiere. Zum Vergleich: Der ICE bringt es auf der Strecke Bonn/Frankfurt-Flughafen auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 230 km/h .

Weitere Informationen

Übrigens: Der Tag der deutsch-französischen Freundschaft...

... wird am Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags gefeiert. Die Unterzeichner am 22. Januar 1963 waren der damalige Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle. Der Freundschaftsvertrag legt fest, dass beide Staaten keine wichtigen Entscheidungen mehr treffen, ohne sich gegenseitig um Rat zu fragen. In Frankreich heißt dieser Tag "Journée franco-allemande". Von den Auswärtigen Ämtern beider Länder werden seit 2004 Begegnungsveranstaltungen – vor allem für deutsche und französische Schüler - organisiert. Die Schüler sollen damit für die jeweils andere Kultur und das Erlernen der anderen Sprache begeistert werden.

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