Eine Frau hält sich die schmerzende Schulter
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers Bild © Model Foto: Colourbox.de

Einkaufen, Arbeit oder Sport: Arm und Schulter sind ständig in Bewegung. So lange alles funktioniert, ist alles gut. Doch was, wenn die kleinsten Bewegungen weh tun? Die Medizin bietet Therapie-Möglichkeiten - weg von der klassischen OP.

Vor allem Menschen, die ihre Schultern täglich belasten, leiden häufig unter Schulterproblemen. Das sind zum Beispiel Sportler, wie Handballer oder Handwerker und Maler, die berufsbedingt ihr Schulter stark belasten müssen.

Beweglich und komplex: Die Schulter

Unsere Schulter ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers. Im besten Falle können wir unsere Arme kreisen lassen, sie über dem Kopf in die Höhe strecken, unsere Hand bis zwischen die Schulterblätter legen oder hinter unserem Rücken eine Schürze binden. Wer einmal solche Bewegungen langsam und konzentriert macht, bemerkt, dass ganz unterschiedliche Muskelgruppen bei den verschiedenen Bewegungsphasen den Ton angeben.

Der Aufbau des Gelenks: Als knöcherne Anteile spielen Brustwirbelsäule und Brustbein für die Schulterbeweglichkeit ebenso eine Rolle wie das Schulterblatt, das Schlüsselbein und der Oberarmknochen. Sie bilden miteinander in der Schulter insgesamt fünf Gelenke. Die Medizin unterscheidet dabei drei echte und zwei unechte Gelenke. Echte Gelenke besitzen eine von Knorpel überzogene Gelenkfläche mit Gelenkspalt, Gelenkkapsel, Gelenkschmiere, Gelenkhöhle und einem Schleimbeutel, der sich entzünden kann.

Schulter-Engpass und Kalkschulter

Kalkschulter

Die Kalkablagerungen sind Ausdruck altersbedingter Verschleißerscheinungen im Schultergelenk. Fehlhaltungen, kleine Verletzungen und daraus resultierende Minderdurchblutungen der Muskeln und zugehöriger Sehnenansätze führen zu wiederkehrenden Entzündungen, die der Körper reparieren will. Zunächst verwandelt sich das Gewebe der Schultersehne in Faserknorpel um. Später dann lagert der Körper kleine Kristalle, also Kalk, in den absterbenden Faserknorpel ein, jetzt wird dieser Prozess auch im Röntgen oder Ultraschall sichtbar.

Impingement-Syndrom (auch Engpasssyndrom)

Die häufigste Ursache für Schulterschmerzen. Als Folge einer Einengung zwischen Schulterdach und Oberarmknochen werden die hier verlaufende Sehne und der Schleimbeutel eingequetscht. Meist kann dann der Arm nicht mehr seitlich über 90 Grad angehoben werden. Durch die ständige Quetschung kann es zu einer Schleimbeutelentzündung kommen, typisch hierfür sind stärkere Schmerzen nach Belastung.

Arthrose in der Schulter

Eine weitere Schulterbeschwerde ist Arthrose, erklärt Schulterchirurg Aristotelis Kaisidis: "Es gibt Belastungsschmerzen und Ruheschmerzen. Sehr häufig und alarmierend sind die Nachtschmerzen. Also, man schläft nachts, legt sich auf die Schulter drauf und wird wach." Und wer das kennt, der weiß: An Schlaf ist nicht mehr zu denken. Es ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt, dass die Stoßwelle immer hilft. Diese Form der Gelenkerkrankung ist in der Regel eine Folge von Verschleiß. Begünstigende Ursachen sind Fehlhaltungen, übermäßige Belastungen, insbesondere Kraftbelastungen durch schweres Heben und Tragen oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis.  

Eigenbluttherapie

Eine Therapie-Möglichkeit ist die sogenannte Eigenbluttherapie. Dafür wird den Patienten Blut abgenommen und speziell bearbeitet. Um es ihnen später in die schmerzende Schulter zu spritzen. Das ist eine moderne Therapiemöglichkeit, die wissenschaftlich nachgewiesen, die Heilung von Muskel- und Sehnenverletzungen beschleunigen soll. Und inzwischen von mehreren Krankenkassen unterstützt wird. Der Mediziner erklärt die Wirkungsweise: "So sammeln sich in der Schulter Wachstums- und Heilungsproteine und damit kommt es zu einer Konzentration dieser Stoffe, die eigentlich an der Schulter gar nicht aufkommen können und die bauen das Problem von alleine wieder ab."

Krankengymnastik

Eine wesentliche Säule bei der Behandlung von Schulterbeschwerden ist die Krankengymnastik. Unabhängig ob die Schultererkrankung konservativ behandelt wird oder operiert wurde, ist zumindest in akut-entzündungsfreien Phasen die Aktivierung bis an die Schmerzgrenze möglich. Bewegung ist wichtig, sagen auch Schmerztherapeuten. Es müssen nur die richtigen Übungen sein. Es lohnt sich immer, nachzufragen, welche anderen Möglichkeiten sinnvoll sind, bevor man sich vorschnell operieren lässt.

Liegen Fehlhaltungen oder wiederkehrende fehlerhafte Bewegungsabläufe, etwa im beruflichen Alltag, zugrunde, sind in einigen Fällen auch Veränderungen im Beruf nötig: beispielsweise durch entsprechend ergonomisch angepasste Büromöbel, um ständige Fehlbelastungen zu vermeiden. Hier sollte immer auch der zuständige Arbeits- oder Betriebsmediziner angesprochen werden. Im schlimmsten Fall muss sogar der Beruf gewechselt werden (Maler, Schreiner, diverse Berufe aus der Bauwirtschaft, Berufe, bei denen oft schwere Lasten bewegt werden müssen).  

Weitere Informationen

Übungen für die Schulter

  • Schulterblätter bewegen: Im Stehen oder Sitzen beide Schulterblätter nach hinten und unten ziehen und zehn Sekunden halten. Diese Übung zehnmal wiederholen.
  • Übung I mit dem Thera-Band: Ein Thera-Band (leistungsadaptierte Stärke verwenden) um eine Türklinke schlingen, die Enden mit beiden Händen bei herunterhängenden Armen fassen und langsam nach hinten ziehen, dann wieder langsam nachlassen. Dabei sollten Sie die Schultern ebenfalls nach hinten halten. Übung mindestens drei Minuten wiederholen.
  • Übung II mit dem Thera-Band: Ein Thera-Band mit beiden Händen fassen, dabei das Ellenbogengelenk rechtwinklig beugen. Mit an die Seite gedrückten Ellenbogen die Arme langsam gegen den Widerstand des Therabandes nach außen ziehen und genauso langsam wieder zurückführen. [Man bewegt also eigentlich nur die Unterarme.) Dabei ebenfalls Schultern nach hinten ziehen und Handgelenke gerade halten. Die Übung mindestens drei Minuten durchführen.
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