Pilzsammler
Pilzsammler Bild © picture-alliance/dpa

Bei Pilzen denkt jeder an Champignons, Steinpilze und Pfifferlinge. In Hessen wachsen aber auch andere leckere, ausgefallene Speisepilze. Wir haben fünf heimische Pilzarten im Steckbrief und Kontakte zu hessischen Pilz-Profis.

Pilze, die man in freier Natur sammelt, sollte man lieber nicht roh essen. Denn in essbaren Speisepilzen können Schadstoffe enthalten sein, die nur durch hohe Hitze deaktiviert werden. Die Pilze mindestens zehn Minuten lang in der heißen Pfanne anbraten. Wer keine Erfahrung hat, sollte sich auf keinen Fall nur auf ein Bestimmungsbuch und auch nicht auf Pilz-Apps fürs Smartphones verlassen. Lieber erstmal mit einem erfahrenen Pilzsammler eine Tour machen. So etwas wird in vielen hessischen Wäldern angeboten - vom Habichtswald bei Kassel bis zum Frankfurter Stadtwald.

Der Semmelstoppelpilz

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Der Semmelstoppelpilz: Lecker als Vorspeise und auf Mozzarella Bild © picture-alliance/dpa

Woran erkennt man diesen Pilz?
Er ist leicht gelblich und sieht ein bisschen aus wie eine Semmel. Die feinen Stoppeln unter dem glatten Hut sind einzigartig. Er wird auch als Semmelpilz, Semmelgelber Stacheling oder Igelschwamm bezeichnet.

Wo kann man ihn finden?
Der Semmelstoppelpilz wächst am liebsten im Wald auf Stümpfen von alten Laubbäumen. Meist sind die Stiele von mehreren Semmelstoppelpilzen miteinander verwachsen. Er ist bis weit in November in Hessen zu finden.

Übrigens, für diesen Pilz gilt...
Vorsicht, wenn der Semmelstoppelpilz nicht mehr jung ist. Dann verändert er seinen Geschmack und wird bitter.

Tipps für Küche und Pfanne
Gut in Butter anbraten - das raten Kochprofis. Dann entfaltet der Semmelstoppelpilz seinen leicht pfeffrigen Geschmack. Schmeckt lecker als Vorspeise z.B. auf Mozzarella.

Der Riesenschirmling

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Der Riesenschirmling: Hut panieren und wie ein Schnitzel braten Bild © picture-alliance/dpa

Woran erkennt man diesen Pilz?
Auch hier ist der Name Programm: Der Hut des Riesenschirmlings kann einen Durchmesser fast so groß wie eine Din-A4-Seite bekommen. Am Anfang sieht er aber eher aus wie eine Kugel. Weiteres markantes Merkmal ist ein Ring am Stil, den man verschieben kann.

Wo kann man ihn finden?
Auf vielen hessischen Wiesen oder auch im Wald.

Übrigens, für diesen Pilz gilt...
Besser nicht die Stiele verwenden, die sind oft zäh. Sie können aber zu Pilzpulver verarbeitet werden. Das eignet sich gut als Gewürz für Suppen und Saucen.

Tipps für Küche und Pfanne
Der Riesenschirmling schmeckt nussig. Seinen Hut einfach panieren und wie ein Schnitzel in der Pfanne braten. Dabei nicht vergessen: Alle Pilze sollten mindestens 10 Minuten garen. Denn nur durch hohe Hitze deaktiviert man Giftstoffe, die in manchen Wildpilzen enthalten sein können.

Der Echte Rotfußröhrling

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Der Echte Rotfußröhrling: Nicht mit dem Falschen Rotfußröhrling verwechseln Bild © picture-alliance/dpa

Woran erkennt man diesen Pilz?
Sein Stiel ist rötlich durchzogen. Er wird deswegen auch Rotfüßchen genannt. Sein Hut sieht eher matt gelbbraun aus und ist oftmals von feinen Rissen durchzogen.

Wo kann man ihn finden?
Überall im hessischen Wald bis November.

Übrigens, für diesen Pilz gilt...
Der echte Rotfußröhrling ist leicht mit dem falschen Rotfußröhrling zu verwechseln. Der sieht ihm sehr ähnlich hat aber keinen rötlichen, sondern einen fast schwarz gefärbten Stiel.

Tipps für Küche und Pfanne
Das Rotfüßchen schmeckt leicht säuerlich und passt - gut angebraten - in Nudelgerichte und Soßen.

Der Gemeine Schwefelporling

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Der Gemeine Schwefelporling: Niemals roh verzehren Bild © picture-alliance/dpa

Woran erkennt man diesen Pilz?
Der Gemeine Schwefelporling wächst vor allem an Baumstämmen. Gern auch in größerer Höhe. Die vielen Hüte leuchten schwefelgelb bis orange und breiten sich wie ein Fächer aus.

Wo kann man ihn finden?
Bis in den späten Herbst in den hessischen Wäldern

Übrigens, für diesen Pilz gilt...
Ist der Schwefelporling jung, dann ist er saftig und weich, ältere Exemplare dagegen werden spröde und kreide- oder käseartig.

Tipps für Küche und Pfanne
Den Gemeine Schwefelporling nie roh verzehren, denn dann gilt er als giftig. Am besten zehn Minuten in der Pfanne braten, nur pfeffern und salzen. Passt ideal zu Toast mit Kräuterbutter.

Der Trompetenpfifferling

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Der Trompetenpfifferling: Als Trockenpilz verwenden Bild © picture-alliance/dpa

Woran erkennt man diesen Pilz?
Sein Hut sieht aus wie ein Trichter, deswegen auch Trompetenpfifferling. Innen ist er hohl, deswegen wird er auch durchbohrter Leistling genannt. Auf den ersten Blick ist er grau Seine Unterseite aber sieht leistenartig aus und scheint hell oder graugelb.

Wo kann man ihn finden?
Es ist nicht leicht diesen Pilz im dichten Herbstlaub zu entdecken. Denn dort wächst er am besten. Auch unter Fichten und Tannen ist er oft zu finden.

Übrigens, für diesen Pilz gilt...
Frisch gebraten ist er nicht so lecker. Aber er ist als Trockenpilz schmackhaft.

Tipps für Küche und Pfanne
Man kann diesen Pilz gut auf der Heizung trocknen und in Soßen zu Wild verwenden, dann entfaltet er ganz hervorragend seinen Geschmack.

Ernst nehmen: Pilzvergiftung

Bei Verdacht auf eine Vergiftung, sollte man sofort die Giftnotrufzentrale und/oder den Hausarzt anrufen. Hier bekommt man Infos über Erste-Hilfe-Maßnahmen. Pilz-Reste sollten Sie für eine Bestimmung aufheben. Auf keinen Fall nur Hausmittel anwenden und auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen!

Pilz-Experten, Pilzberatung, Giftnotrufzentrale

Frankfurt
Amt für Gesundheit
Pilzberatung: Sonntag, 10. September bis einschlie�lich Sonntag den 29. Oktober 2017, jeweils von 17.00 bis 20.00 Uhr.
Eine Anmeldung für die Beratungstermine ist nicht erforderlich, das Angebot ist kostenfrei.
Ansprechpartner: Dieter Gewalt, Telefon: 06074 24771
Internet: frankfurt.de

Pilzsachverständige
Die DGfM (Deutsche Gesellschaft für Mykologie) bietet interessierten Pilzsammlern eine Liste von Pilzsachverständigen in ganz Deutschland.
Hier können Sie online nachschauen, wo Sie in Ihrer Nähe einen Pilz-Profi finden.
Internet: dgfm-ev.de

Giftnotrufzentrale in Hessen
Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen
Johannes-Gutenberg-Universität, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinische Toxikologie
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz
Giftnotruf: 06131 19240
Internet: giftinfo.uni-mainz.de

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