Schöne Haarpracht
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Nicht schön und leider auch nicht selten: Schuppen! Der Körper möchte sich eine weitere Schutzschicht zulegen, sagt unser Experte, der Dermatologe Professor Dr. Uwe Gieler. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, das erfahren Sie hier!

Warum bekommt man Schuppen?

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Unser Experte

Professor Dr. Uwe Gieler, Hautarzt und Arzt für Psychosomatische Medizin an der Univ. Klinik in Giessen

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Schuppen sind eine Reaktion des Körpers bzw. der Haut und der Haare, sich zu wehren und sich eine zusätzliche Schutzschicht zuzulegen. Schuppen sind eine Produktion der Haut bei verschiedenen Belastungen: Dies können Irritationen der Haut, Erkrankungen, Stressfaktoren oder falsche Anwendung von Haarpflege sein.

Wie entstehen Schuppen?

Die Haut und ihre Zellen bilden sich innerhalb eines Monats vollständig neu, in diesem Prozess kann es dazu kommen, dass sich abgestoßene Hautzellen mit dem Talg der Haut aus den Schweiß- und Talgdrüsen zu kleinen Klumpen verbacken, die dann als Schuppen sichtbar sind. Dies geschieht häufig durch mangelndes Waschen, aber auch zu häufiges Waschen führt zu dem gleichen Phänomen, da dann die Haut angeregt wird, sich noch schneller zu regenieren, da die Fettschutzschicht versucht, sich täglich zu erneuern. Dieser Prozess dauert ca. 24 Stunden, bei Duschen mehrmals täglich kann die Haut sich nicht ausreichend regenerieren und produziert Trockenheit, die mit einem schnelleren Absterben der Hornzellen einhergeht und damit eine Schuppenbildung verstärkt bzw. auslöst.

Und das kann man dagegen tun!

Zitat
„Vermeiden sollte man grundsätzlich alle Faktoren, die die Haut zusätzlich belasten. Das sind neben Nikotin und Alkohol vor allem Sonne, reizende Substanzen wie Waschmittel oder säurehaltige Cremes oder Salben, wenn sie nicht vom Hautarzt verordnet sind.“ Zitat von Professor Dr. Uwe Gieler
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Grundsätzlich sollte man die Haut sehr milde und vorsichtig behandeln. Alle schuppenlösenden Behandlungen machen von sich aus wieder Irritationen und können damit - siehe Entstehen - erneut zu einer Verstärkung führen. Es kommt darauf an, den eigenen Hauttyp zu erkennen (trockene Haut, fettige Haut, Mischtyp, sensitive Haut) und dies entsprechend zu pflegen.

  • Eine trockene Haut bedarf eher der Rückfettung,
  • die fettige Haut kann häufiger entfettet werden (durch Shampoos),
  • der Mischtyp verträgt normalerweise fast alles und
  • die sensitve Haut muss sehr vorsichtig mit Substanzen behandelt werden, die milde sind, parfümfrei und etwas rückfetten.

Eine ärztliche Behandlung ist immer dann angezeigt, wenn das Problem nicht durch einfache Maßnahmen wie Wechsel des Shampoos oder Pflegeprodukte zu lösen ist. Dann könnte eine Hauterkrankung vorliegen, die entdeckt und ggf. gezielt behandelt werden muss.

Tipps

  • Stress und Anspannung wirken sich meist auf die Fettproduktion der Haut ebenfalls aus, eine Reduktion oder das Erlernen von Techniken zur Entspannung bzw. Reduktion von Anspannungen und ein besserer Umgang mit Ängsten und Spannungen sind hilfreich.
  • Haarpflegeprodukte, die stark entfetten sind eher zu vermeiden, da sie die Talgproduktion noch mehr anregen. Ein mildes, eventuell medizinisches Shampoo ist hier eher geeignet. Syndets mit Berücksichtigung des Haut-ph-Wertes sind oft besser als Seifen, die zu alkalisch sind. Schuppenlösende Shampoos sind meist geeignet, wenn sie die Haut nicht noch mehr reizen! Sie sollten jedoch eine genügende Zeit einwirken können und nicht nach dem Auftragen sofort abgewaschen werden, da sie dann keine Wirkung entfalten können.
  • Ernährung hat kaum einen Einfluss, wenn nicht die bekannten Nahrunsmittelallergien  oder -Unverträglichkeiten vorliegen. Alkohol, Nikotin und scharfe Gewürze können die Durchblutung der Haut verändern und deshalb einen negativen Einfluss auslösen.
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