Die Pelz-Ermittler Jennifer Schöpf und Michael Seitz vom Deutschen Tierschutzbüro e.V. sind unterwegs, um Pelzträger aufzuklären. Die Tierschutzaktivisten wollen mit ihrer Aktion helfen, Echtpelz von Kunstpelz zu unterscheiden.
Die Pelz-Ermittler vom Deutschen Tierschutzbüro e.V. wollen helfen, Echtpelz von Kunstpelz zu unterscheiden Bild © picture-alliance/dpa

Mützen mit Fell-Bommeln und Jacken mit Kragen aus Pelzimitat sind modern. Aber auch hinter diesen vermeintlichen Kunstpelzen verbirgt sich manchmal echtes Tierfell. Wir erklären, wie Sie Echtpelz vom Kunstfell unterscheiden können.

Sie gelten als chic und liegen im Trend: Mützen mit Fell-Bommel oder Jacken mit Fell-Kragen. Bei den Preisen denkt man meist, das muss doch alles Kunstfell sein - aber das stimmt nicht. Es wird immer noch echtes Fell von Nerzen, Marderhunden oder Chinchillas verarbeitet. Weil das aber nicht immer richtig deklariert wird, merken wir das oft gar nicht.

Für Verbraucher  ist es schwierig, echte Pelze von Kunstpelzen zu unterscheiden.  Bei Accessoires gibt es zwar die Pflicht, aufs Etikett zu schreiben, wenn echtes Fell verarbeitet wurde. Die Industrie hat spezielle Bezeichnungen, bei denen man als Kunde nicht gleich darauf kommt, dass es um Pelz geht.

So erkennen Sie echten Pelz

  • In das Fell pusten: Echtes Fell bewegt sich dann mehr als künstliches. Das dicke Deckhaar legt sich zur Seite und man kann die feine Unterwolle erkennen.
  • Echtpelz kann man an der Tierhaut erkennen: Zieht man den Pelz auseinander und statt Leder kommt eine gewebte Textilschicht zum Vorschein handelt es sich um Kunstpelz
  • Brennprobe: Ein wenig Pelz abzupfen und anzünden. Kunstfell schmort zu einem Klumpen zusammen und riecht chemisch. Echtpelz verbrennt wie menschliches Haar mit einem leichten Horngeruch
  • Wer ganz sicher gehen will, muss ganz auf Fell-Besatz verzichten.

Schlechte Bedingungen in Pelztierfarmen

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Pelztierfarmen in Deutschland

Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes haben ergeben, dass es zurzeit noch acht Pelztierfarmen in Deutschland gibt. Dort werden Nerze (ca. 100.000 Tiere) gehalten. Die beiden größten deutschen Farmen in Mecklenburg-Vorpommern werden Ende 2017 geschlossen. In Hessen gibt es keine einzige Pelztierfarm mehr.

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Dass echter Pelz für die Industrie viel teurer sein muss als die Kunstfasern, ist ein Trugschluss. Der deutsche Tierschutzbund sagt: Oft ist das echte Fell sogar billiger als das Kunstfell – weil die Tiere unter schlechten Bedingungen und in Massen gehalten werden. Die meisten Pelze, die bei uns im Handel landen, kommen aus Asien, aber es gibt zum Beispiel auch viele Pelzfarmen in Polen oder Dänemark – und einige auch noch hier in Deutschland.

Rechtliche Situation bei der Kennzeichnung von Echtpelz

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Pelzbezeichnungen: Welches Tier steckt dahinter?

Hunde- und Katzenfelle sind seit 2009 in Europa verboten. Der Deutsche Tierschutzbund e.V. hat eine Tabelle veröffentlicht. Dort sehen Sie, unter welchen Bezeichnungen die Felle gehandelt werden.

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In Europa muss JEDES Kleidungsstück, das Teile tierischen Ursprungs enthält, gekennzeichnet werden. Es muss allerdings nicht nachgewiesen werden, welcher Tierart der Pelz zuzuordnen ist und welcher Teil des Kleidungsstücks tierischen Ursprungs ist. Man findet auch keine Informationen hinsichtlich der Haltung und der Tötung. Diese EU-Textilkennzeichnungsverordnung enthält auch keine Bußgeldvorschriften, das heißt, der Händler muss keine Sanktionen befürchten. Außerdem müssen nur Produkte gekennzeichnet werden, die zu 80% aus Textilfasern bestehen – also Lederjacken und Pelzmäntel nicht.

Tiere schützen

Auch als Verbraucher kann man etwas tun: Man sollte sich gegen die Verwendung von Fellen in der Modeindustrie stellen und auf das Tragen von Fellen verzichten. Denn so lange es eine Nachfrage gibt, wird auch weiterhin Pelz produziert. Wer dennoch auf das modische Accessoire nicht verzichten will, der sollte sich vergewissern, dass es sich um Kunstpelz handelt.

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