Wenn Hunde zubeißen: Ein Mops beißt einen Mann ins Bein
Manche Hunde wollen nicht nur spielen Bild © picture-alliance/dpa

"Der will doch nur spielen", hören Spaziergänger und Jogger oft, wenn sie im Park Hunden begegnen. Meist gehen die Begegnungen friedlich aus. Aber was, wenn der Hund dann doch zuschnappt?

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Unsere Expertin

Patricia Both
Martin Rütter DOGS Kassel
Arwed-Hahn-Str. 18
34233 Fuldatal
Telefon: 0561 - 503 96 101 
Mobil: 0173 - 290 11 18
E-Mail: kassel@martinruetter.com
Internet: www.martinruetter.com/kassel

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Auch als Passant ist man in der Pflicht, abzuschätzen, ob die Begegnung mit einem Tier brenzlig werden könnte. Zum Beispiel wurden einem Jogger 30 Prozent vom Schmerzensgeldanspruch abgezogen, weil er sich nachweislich falsch verhalten hatte. Auch ein Kind, das einen angeleinten Hund gestreichelt hatte und gebissen wurde, musste auf ein Schmerzensgeld verzichten. Die Begründung: Der Junge hätte wissen müssen, dass man angeleinte Hunde nicht ungefragt streichelt. Unsere Expertin Patricia Both ist Hundetrainerin in Fuldatal. Sie sagt: "Kinder und Hunde sind unberechenbar". Daher sollen vor allem Eltern mit kleinen Kindern genau auf die Signale des Hundes achten. Legt der Hund den Kopf auf die Seite, leckt er sich das Maul, gähnt er oder kratzt er sich, dann versucht er, sich der Situation zu entziehen.

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Das richtige Verhalten gegenüber fremden Hunden

  • Niemals ohne Zustimmung des Besitzers streicheln
  • Bei Kindern: explizit fragen, ob der Hund Kinder mag
  • Nicht von hinten berühren (der Hund kann sich erschrecken und beißen)
  • Weicht der Hund zurück, ihn nicht bedrängen
  • Einem Hund nicht in die Augen schauen oder ihn anstarren (Für den Hund eine Drohgeste)
  • Hund möglichst nicht am Kopf streicheln, beser an der Seite
  • Nicht wegrennen (Hunde interpretieren das als zu jagende Beute)
  • Langsam und normal weitergehen
  • Dem Hund eine Beißalternative anbieten (z.B. einen Stock)
  • Leckerchen auf den Boden werfen (das lenkt den Hund ab)
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Bei Hundebiss: Anzeige erstatten

Wer von einem fremden Hund gebissen oder anderweitig geschädigt wurde, der sollte Anzeige erstatten. Das sagt auch Torsten Werner, Polizeisprecher der Polizei Nordhessen: "Es wird auf Verdacht der Körperverletzung geprüft. Dann wird auch ermittelt!" Zwar seien die meisten Hunde lieb und auch ihre Halter vernünftig, stellt der Polizeisprecher klar.

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Erste Hilfe nach einem Biss

  • Wunde reinigen
  • Mit Desinfektionsmittel behandeln
  • Sterilen Wundverband auflegen (am besten mit Kompresse)
  • Tetanus-Schutz prüfen lassen
  • Evtl. Tollwut-Impfung mit dem Arzt abklären (vor allem, wenn man nicht weiß, ob das Tier geimpft war)
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Doch leider gebe es auch eine ganze Reihe gefährlicher Hunde, die plötzlich auf fremde Menschen losgehen und zubeißen. Kommt so etwas vor, sollte die Polizei das wissen: "Und dann obliegt dem Halter eine ganz besondere Sorgfaltspflicht. Nämlich den Hund an der Leine zu halten. Dann sollte er sich gar nicht erst losreißen können. Und dann sollte die Leine auch kurz sein. All diese Dinge werden dem Halter nämlich auch vorgeworfen, wenn es zu Ermittlungen kommt."

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Eine Anzeige korrekt aufgeben

  • Adresse des Hundehalters und die Hundesteuernummer notieren
  • Die Adresse eventueller Zeugen notieren
  • Eventuell Fotos vom Schaden/der Verletzung machen
  • Die Wunde von einem Arzt abklären lassen
  • Den Vorfall bei der Polizei anzeigen
  • Auffällig aggressive Tiere dem Ordnungsamt melden
  • Schmerzensgeld fordern (Vom Hundehalter bzw. der Versicherung)
  • Bei erheblichen Schäden einen Rechtsanwalt einschalten  
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Ordnungsamt prüft Auflagen für Besitzer

Neben der Polizei sollte man als Hundeopfer unbedingt auch das Ordnungsamt informieren, rät Lothar Pflüger vom Ordnungsamt der Stadt Kassel. Denn Hunde, die beißen, können eine Gefahr für die Allgemeinheit sein – und dann bekommt der Besitzer Auflagen: "Sollte das der Fall sein, werden wir überlegen, ob der Hundehalter eine Erlaubnis für seinen Hund bekommen kann. Oder ob er ihn nicht mehr halten darf. Bekommt er eine Erlaubnis, ist damit eine allgemeine Anleinpflicht verbunden."  

Schmerzensgeld für Hundeopfer

Wer gebissen wird, dem steht in vielen Fällen ein Schmerzensgeld zu. Ein Problem: War der Hund nicht angeleint, kann die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit die Zahlung eines Schmerzensgeldes verweigern – und dann muss man sich als Opfer mit dem Hundehalter einigen.

Sinnvoll für Hundehalter: Hundehaftpflicht

Verschmutze Kleidung, ein umgestürztes Fahrrad – im schlimmsten Fall Behandlungskosten, Arbeitsausfall und Schmerzensgeld – Das muss in der Regel der Hundehalter zahlen, wenn der Geschädigte das für sich beansprucht. Und gerade, weil solche Unfälle richtig teuer werden können, ist es ratsam, eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen. In Hessen gibt es diesbezüglich keine Versicherungspflicht, außer für Kampfhundehalter. Diese Versicherung übernimmt solche Schäden für gewöhnlich. Nicht nur, wenn der Hund zugebissen hat. Es kann auch sein, dass ein Tier mal auf die Straße rennt und dort einen Unfall verursacht oder im Urlaub eine Ferienwohnung "zerlegt". Dann tritt diese Tierhalterhaftpflichtversicherung für den Schaden ein. Wichtig: Die Versicherungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro pauschal Personen- und Sachschäden abdecken, damit man wirklich gut abgesichert ist.

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