Diana Müll vor der "Landshut", die vor einigen Wochen wieder nach Deutschland kam
Diana Müll vor der "Landshut", die vor einigen Wochen zurück nach Deutschland gebracht wurde. Bild © Imago

Sie war 19, wollte nur von Mallorca nach Hause fliegen, doch dann geriet sie in eine lebensgefährliche Situation: Diana Müll war Passagierin der Lufthansa-Maschine "Landshut", die am 13. Oktober 1977 von Terroristen entführt wurde. Sie erzählt von den Erlebnissen vor 40 Jahren.

Auf der Mittelmeerinsel hatte sie einige entspannte Urlaubstage verbracht, gemeinsam mit anderen Schönheitsköniginnen. Sie waren dorthin eingeladen worden.

Am 13. Oktober wollte sie wieder zurück in die Heimat, über Frankfurt zurück ins beschauliche Gießen. Doch der Flug veränderte ihr Leben und das der Mitreisenden und Crew - bis heute. Vier palästinensische Terroristen kaperten das Flugzeug und wollten damit die Freilassung der inhaftierten RAF-Terroristen erzwingen.

Es begann eine Tour des Grauens. Über Rom, wo die Maschine betankt werden musste, ging der Flug weiter nach Zypern, wo Verhandlungen der PLO mit den Entführern scheiterten. Die Irrfahrt führte dann über Bahrain, Dubai und Aden, wo Pilot Jürgen Schuhmann erschossen wurde, nach Mogadischu. In der Hauptstadt von Somalia landete der Airbus, von Co-Pilot Jürgen Vietor gesteuert, in den frühen Morgenstunden des 17. Oktober 1977.

Pistole am Kopf

Für Diana Müll war es großes Glück, überhaupt nach Mogadischu zu kommen, denn in Dubai stand sie bereits am Abgrund des Todes. Mit einer Pistole am Kopf nutzte der Anführer der Palästinenser sie als Druckmittel, um eine Betankung zu erreichen. Kurz bevor der Terrorist bis zehn gezählt hatte, kam per Funk die Zusage, das Flugzeug mit Kerosin zu versorgen.

Nach der Landung in Mogadischu dauerte es noch rund einen Tag, bis die deutsche Spezialeinheit GSG 9 dem Leiden der Flugzeuginsassen ein Ende machte, die Maschine stürmte und die Terroristen erschoss bzw. schwer verletzte, ohne dass die Gefangenen zuschaden kamen.

Ihre Erlebnisse hat Diana Müll in zwei Büchern aufgearbeitet. Für sie ist der erschossene Pilot Jürgen Schumann der vergessene Held des Fluges. Bei Michael Meyer spricht sie am Sonntag zwischen 11:00 und 12:00 Uhr über die dramatischen Ereignisse und wie sie bis heute ihr Leben beeinflussen.

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